6. Tag (23. November 2011)

Imperial Palace

Habe heute Nacht sehr gut geschlafen. Den Morgen verbringe ich mit Lesen und aus dem Fenster schauen. Die Landschaft wird deutlich grüner und tropischer. Es sind sehr viele Reisfelder zu sehen. Wir fahren weiter nach Süden und überqueren zahlreiche Flüsse, die sich langsam Rechnung Meer ergießen.

Schließlich fahren wir in Hue ein. Einige unserer Gruppe sind recht froh den Zug wieder verlassen zu können, besonders als wir mitbekommen, dass die Bettwäsche einfach für die nächsten Passagiere wieder zusammen-gelegt wird.

Dafür ist unser Hotel sehr ansprechend, und wir machen uns in unserem Zimmer breit. Kurz darauf gehen wir gemeinsam zum Mittagessen. Das Essen ist mal wieder lecker. Als wir fertig sind werden wir von den üblichen Leuten angesprochen, die ihre Souvenirs verkaufen wollen. Dabei ist auch eine Frau, die Euro Münzen tauschen will. Da ich dachte sie wolle Trinkgeld wechseln, tue ich ihr den Gefallen und falle auf den ältesten Trick herein: Als sie mir die abgezählten Münzen in die Hand gibt, hält sie einzelne Münzen fest und betrügt mich dadurch um fast die Hälfte. Zum Glück war es nicht viel, nur 10 EUR, aber solch einen Gefallen werde ich niemanden mehr machen. Sollen sie doch ihre Münzen behalten und wegwerfen.

Mit einem Bus fahren wir den kurzen Weg hinüber zur Königsstadt auf der anderen Seite des Flusses. Die Anlage hat große Ausmaße und beeindruckt schon deshalb. Die Gebäude sind teilweise in einem jämmerlichen Zustand, man erkennt aber, dass durchaus Anstrengungen unternommen werden die einzelnen Gebäude wieder aufzubauen und zu restaurieren. Die Mischung aus Ruinen und renovierten Gebäuden gibt der Anlage eine besondere Note. An der detaillierten Geschichte der einzelnen Kaiser bin ich weniger interessiert und konzentriere mich daher darauf, bei den schlechten Lichtverhältnissen doch ansehnliche Fotos zu machen. Die Anlage wurde hauptsächlich im 19Jh. nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking gebaut und trug im Vietnam-Krieg schwere Schäden davon. Doch schon allein ihre Größe fasziniert. Der westliche Teil ist noch recht gut erhalten und man kann einen guten Eindruck davon bekommen, welchen Glanz sie einmal ausgestrahlt haben muss.

Wir sind wieder zurück im Hotel. Es geht ein ereignisreicher Tag zu Ende. Die anderen gehen heute Abend noch in ein spezielles Restaurant mit Verkleidung, etc. Ich habe keine Lust darauf und nehme einen Happen um die Ecke, ziehe mich anschließend zurück, lese mein Buch und beende den Tag entsprechend früh.