3. Tag (20. November 2011)

Hanoi

Ho Chi Minh Mausoleum

Hanoi - Markt

Hanoi

Lokaler Transport

Nach elf Stunden Schlaf bin ich heute Morgen ausgeschlafen aufgestanden. Nach einem typischen Continental Frühstück habe ich mich auf den Weg gemacht, die Stadt anzuschauen und das Treiben in den Straßen zu erleben. Zuerst gehe ich wieder an den Ho Hoan Kiem See. Es handelt sich dabei um den bekanntesten See der Stadt, in dem auf einer kleinen Insel der Den Ngoc Son Tempel steht. Dieser wurde zu Ehren einer Schildkröte gebaut, die vor vielen Jahrhunderten einem Großgrundbesitzer ein goldenes Schwert überreichte um gegen die Chinesen zu kämpfen. Er war siegreich und so gibt es nun diesen Tempel.

Ich sitze draußen auf einer Bank und lese meinen Reiseführer, als mich ein kleiner Junge auf Englisch anspricht. Zuerst habe ich gar nicht verstanden was er eigentlich will. Aber dann dachte ich, dass er sich wohl einfach nur mit jemanden auf Englisch unterhalten wollte. Als ich ihn fragte wie alt er denn sei meine er nur: Acht! Respekt, in diesem Alter einfach einen Ausländer anzuquatschen und in ein Gespräch zu verwickeln. Echt beachtenswert.

Danach bin ich weiter zur ehemaligen Gouverneurs Residenz gegangen. Dabei habe ich festgestellt, dass in Vietnam sehr gern an einem Sonntag geheiratet wird. Es waren mehr als ein halbes Dutzend Paare zu sehen, die gestenreich von ihrem jeweiligen Fotografen in Szene gesetzt wurden. Es war recht nett anzuschauen. Weiter führte mich mein Weg östlich der Altstadt zur Oper und zum National Museum, welche ich ebenfalls nur von außen angeschaut habe.

Von hier wollte ich danach eigentlich zum Ho Chi Minh Mausoleum laufen. Zuerst hat mich einer der Mototaxi Fahrer angesprochen. Wir konnten uns jedoch nicht auf den Preis einigen. Ich laufe weiter und komme an einem Standplatz der Rikscha Fahrer vorbei. Warum sollte ich eigentlich nicht mit einer Rikscha fahren. Nach der üblichen Preisverhandlung werde ich nun von einem kleinen zierlichen Vietnamesen durch Hanoi gestrampelt. Im Gegensatz zu China sitzt man in diesen Rikschas vor dem Fahrer und kann somit eine gute Aussicht genießen. Nach einer Viertelstunde komme ich dort an und denke bei mir, dass es eine gute Entscheidung war mich fahren zu lassen.

Nach einer gewissen Zeit finde ich auch den Eingang. Dabei stelle ich fest, dass ich gewisses Glück habe, da das Mausoleum in einer Stunde schließt. Zuerst muss ich meinen Rucksack abgeben, dann werde ich aus irgendeinem Grund nicht auf das Gelände gelassen. Ich stelle mich einfach zu einer osteuropäischen Gruppe hinzu und gelange hinein. Das erste was ich mir anschaue ist die Einsäulen-Pagode. Danach will ich mir den toten Ho Chi Minh anschauen, nachdem ich Lenin und auch Mao nicht angeschaut habe. Aber wieder werde ich nicht in die Schlange gelassen. Ich muss zuerst meine Kamera deponieren. Aber letzten Endes darf ich passieren. Der ersten Eindruck den ich gewinne: Es ist kalt! An jeder Ecke des Korridors steht ein Uniformierter und passt auf, dass man nicht stehen bleibt oder die Hände in den Hosentaschen hat. So hat man rund eine Minute Zeit an dem gläsernen Sarg vorbei zu laufen. Nun ja, es hat auch wirklich gereicht. Der Tote sieht eher aus wie eine Puppe bei Madame Tussauds. Wieder an der frischen Luft bekomme ich meine Kamera wieder und schaue mir noch das Haus, die Autos und das Schlafzimmer des „großen Führers“ an.

In einer Seitenstraße stoße ich danach wohl auf den Markt und hoffe, dass die Leute von den Restaurants, in denen ich essen gehen werde, dort nicht einkaufen. Es ist kaum zu beschreiben, und ich will es auch nicht. Wenig später erreiche ich die Straße in der die Botschaften wie eine Perlenschnur aufgereiht stehen. Dort setze ich mich erst einmal in das Trung Nguyan Café und tue etwas gegen den leeren Magen und den Vitaminmangel. So gestärkt setze ich meinen Weg durch die lebhaften Gassen der Stadt fort. Die unzähligen Geschäfte und die vielen Motorrollen treiben mich schließlich irgendwann in ein Restaurant, in dem ich etwas Warmes esse.

Wieder zurück im Hotel lerne ich meinen neuen Mitbewohner Jimmy aus den USA kennen. Auf der Tour ist es nämlich so, dass sich zwei Leute immer ein Zimmer teilen müssen. Gleich werden wir uns zu unserer ersten Besprechung treffen, und ich werde mehr über die nächsten Tage erfahren. Bin mal gespannt.