18. Tag (05. Dezember 2011)

Angkor

Angkor

Angkor Wat

Bambus Zug

Bambus Zug

Bambus Zug

Heute Morgen stehe ich wieder früh auf. Bevor wir nach Battabang aufbrechen wollen Jimmy, Katrin und ich noch einen Ultraleichtflug über die Tempel machen. Also schnappen wir uns wieder ein Tuk Tuk und fahren zu SkyVenture. Als wir dort ankommen ist noch niemand da und wir warten zunächst einmal. Aber kurz vor 7.00Uhr taucht Eddie dann doch noch auf, holt schnell die Maschine aus dem Hangar und lässt sie warmlaufen. Ich werde der Erste sein der heute mitfliegen wird. So bekomme ich noch die Kopfhörer, und den Helm aufgesetzt und dann kann es auch schon losgehen. Eddie gibt Gas und nach wenigen Minuten heben wir auch schon ab. Da wir drei heute nicht viel Zeit mitgebracht haben gibt er richtig Gas und erhöht die Reisegeschwindigkeit auf alles was geht. Erstaunlicherweise ist es trotz kurzer Hose und T-Shirt nicht wirklich kalt in der Luft.

Schon alleine der Überblick über das ganze Gebiet ist klasse. Wir fliegen erst ein wenig nach Norden und machen dann die Route in umgekehrter Richtung, damit wir noch ein paar Minuten gewinnen in der die Sonne höher steigt. Die ersten Tempel sind jedoch gleich nach dem Start zu sehen. Es ist echt eine tolle Sicht heute Morgen. Als wir dann näher kommen erkenne ich erst, oder besser, wird mir erst klar, welche Ausmaße die Anlagen einnehmen. Dies erschließt sich einem am Boden kaum, obwohl man mit dem Bus die ganzen Strecken abfährt. Der Höhepunkt der Tour ist natürlich der Blick auf Angkor Wat, welches sehr leicht zu erkennen ist und sich in seiner ganzen Dimension zu erkennen gibt. Andere Tempel wiederum sind kaum oder gar nicht zu erkennen. So zum Beispiel der Tomb Raider Tempel. Was am Boden die Sache spektakulär macht, nämlich dass die Bäume auf dem Gemäuer wachsen, macht es aus der Luft eigentlich unkenntlich, da es keinen Unterschied zum restlichen Wald gibt. Fotos mache ich jede Menge, aber ich habe keine Ahnung was für welche, denn auf Grund des Helms mit Visier kann ich nicht durch den Sucher der Kamera blicken. Aber egal, ich genieße es sowieso im wahren Leben viel lieber. Leider geht der Flug natürlich viel zu schnell zu Ende. Aber so ist es nun mal und ich bin auf jeden Fall begeistert.

Nachdem Jimmy und Katrin auch noch geflogen sind werden wir vom Tuk Tuk Fahrer wieder ins Hotel zurück gebracht. Dort schnappen wir noch schnell unsere Sachen und fahren gleich mit dem Bus nach Battanbang. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen Stopp an einer Seidenfarm. Hier wird uns gezeigt wie Seide gewonnen und verarbeitet wird. Es ist erlebnisreicher als ich gedacht hatte und so vergeht die Stunde schneller als erwartet. Es ist schon ein sehr mühsames Geschäft Seide herzustellen und irgendwie dachte ich, dass wir es als Verbraucher gar nicht richtig zu schätzen wissen.

Den nächsten Stopp legen wir zum Mittagessen ein. Es ist ein Projekt durch das Kinder aus armen Verhältnissen Zugang zu Bildung erhalten können. Wir unterstützen dies indem wir dort zu Mittag essen und die Arbeit in den einzelnen Projekten zeigen lassen. Da ich im Laden nichts zu kaufen gefunden habe dachte ich, dass es wohl eine gute Tat sei, etwas zu spenden.

Schließlich erreichen wir unser Hotel, checken ein und machen uns wenig später noch auf den Weg zum Bambus Zug. Dorthin sind wir mal wieder mit den Motorrollern unterwegs, was uns allen viel Spaß macht. Dort angekommen stellen wir schnell fest, dass es sich um etwas Besonderes handelt. Auf einem kleinen Abschnitt der ehemaligen Bahnlinie zwischen Phnom Penh und Bangkok, die seit Jahrzehnten stillgelegt ist, haben sich Einheimische eine spezielle Art von Gefährten ausgedacht um sich fortzubewegen. Es werden zwei Achsen verwendet, auf denen eine Plattform aus Bambus montiert ist. Der Antrieb erfolgt über einen kleinen Viertaktmotor, wohl aus einem Moped. Über einen Keilriemen wird eine Achse direkt angetrieben indem der Motor nach hinten verschoben wird bis der Riemen entsprechend Spannung hat. Einfach aber sehr effektiv. Die Schienen selbst sind natürlich krumm und schief und an den Schienenzwischenfugen gibt es immer harte Schläge, aber mit der Bahn unterwegs zu sein macht viel Spaß und ist ein tolles Erlebnis. Da jedoch derweil an der Wiederinbetriebnahme der Strecke gearbeitet wird sind die Zeiten des Bambus-Zuges wohl gezählt und ich bin froh, dass ich es noch erleben durfte.

Nach einer Stunde sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt der ungewöhnlichen Zugfahrt und fahren mit den Motorrollern die staubige Piste zurück in die Stadt, nehmen eine Dusche und gehen anschließend noch gemeinsam Essen, bevor wir den heutigen Tag früh beenden.