14. Tag (01. Dezember 2011)

Phnom Penh - Genozid Museum

Phnom Penh - Killing Fields

Phnom Penh - Royal Palace

Phnom Penh - Royal Palace

In unserem Gästehaus gibt es kein Frühstück. Deshalb gehe ich heute Morgen ans Flussufer und finde dort ein Restaurant, auf dessen Terrasse ich, mit Blick aufs Wasser, mein Frühstück genießen kann. Dabei scheint die Sonne wieder vom strahlend blauen Himmel ohne Smog. Es ist einfach herrlich.

Wir fahren mit dem Bus zum Foltergefängnis der Roten Khmer, die dort zwischen 1975 – 1977 ihre Gefangenen gefoltert und anschließend getötet haben. Beim sogenannten „Security Office 21“ oder kurz S-21 handelte es sich um eine ehemalige Schule, die kurzerhand in ein Gefängnis umgewandelt wurde. Darin sind in dieser Zeit mehr als 20.000 Menschen gefoltert und anschließend auf den sogenannten „Killing Fields“ ermordet worden. Als wir mit unserem Reiseleiter das Gelände betreten fallen gleich 14 Gräber auf. Es sind die einzigen 14 Toten, die man bei der Befreiung des Gefängnisses dort vorgefunden hat.

Wir kommen zuerst in die Folterzellen, in denen die Gefangenen auf ein Gitterbett geschallt und dann teilweise bis zum Tod gefoltert wurden. Dabei wurden Methoden angewendet um Informationen zu erhalten wie: Prügeln, Peitschen, Nägel und Brustwarzen ausreißen, Daumenschrauben, Elektroschocks und im Wasser untertauchen bis zur Bewusstlosigkeit. Es war für die Gefangenen zudem verboten zu lachen, zu weinen, zu sprechen oder auf irgendeine Art zu kommunizieren. Bei Zuwiderhandlung wurde geprügelt oder mit Elektroschocks bestraft. Wer dies überlebt hat wurde anschließend auf den sogenannten Killing Fields erschlagen und in Massengräbern verscharrt. Die Familie eines Gefangenen wurde gleich mit verhaftet und getötet, um möglichen Racheakten vorzubeugen. Nach ca. eineinhalb Stunden sind wir danach weiter zu den Killing Fields von Choeung Ek gefahren. Wer bisher noch nicht geschockt war, war es hier auf jeden Fall. Nicht allein die Massengräber, sondern auch die Tatsache, dass Babys an Bäumen totgeschlagen, oder in die Luft geworfen und mit Spießen aufgespießt wurden hat alle sprachlos gemacht.

Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung. Zuerst gehe ich zu Fuß durch die Straßen und erreiche den Zusammenfluss des oberen Mekong mit dem Tonle Sap River, dem Bassac River in den unteren Mekong, der hier wohl mehr als zwei Kilometer breit ist. Ziemlich beeindruckend. Ich entschließe mich als Kontrastprogramm den Königspalast anzuschauen, der um 14.00Uhr geöffnet hat. Es sind sehr schöne Gebäude, die alle in Gelb gehalten sind und in der Sonne wie Gold leuchten. Ich bin sehr beeindruckt, vor allem von der Thronhalle und der Silberpagode. Um mein Sightseeing noch abzurunden besuche ich auch noch das National Museum, das im Gegensatz zum Königspalast ganz in Rot gehalten ist. Die Exponate stammen hauptsächlich aus Angkor und machen mich noch gespannter darauf diese Ruinenstadt zu besuchen. Morgen geht es dort hin.

Zum Abendessen gehen wir ins recht bekannte Foreign Correspondent’s Club of Cambodia (FCC), welches hier gleich um die Ecke liegt. Anschließend verschlägt es uns noch auf ein weiteres Bier ins Riverhouse.