6. Tag (23. Oktober 2009)

Sambia

South Luangwa NP

South Luangwa NP

South Luangwa NP

South Luangwa NP

South Luangwa NP

Wir brechen früh auf, obwohl die Strecke in den South Luangwa National Park nicht sehr weit ist. Es war jedoch auf Grund der sehr schlechten Straßenverhältnisse sehr anstrengend. Man konnte sich teilweise gar nicht mehr unterhalten, so stark hat der Truck auf der Schotterpiste vibriert und geschlagen. Solch ein ausgeprägtes Waschbrett auf einer Piste hatte ich bisher noch nicht erlebt. Kurz nach Mittag erreichen wir den Campingplatz. Gleich nach dem Abstellen des Motors versichert Philile uns glaubhaft, dass wir heute, auf Grund des guten Straßenzustands, ungefähr zwei Stunden früher als üblich angekommen sind. Diese Straße wurde anscheinend instandgesetzt. Ah ja, das dachte ich mir doch gleich! Uns war es jedenfalls nicht unrecht, dass wir bereits hier waren.

Nach dem kurzen Zeltaufbau und einem Salatsandwich zum Mittag verbringen wir den Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein und tropischer Hitze am Pool und im Schatten auf der Liege.

Gegen Spätnachmittag machen wir uns für unseren ersten Game-Drive in den South Luangwa National Park fertig. Wir sind in einem offenen Geländewagen, ohne Dach und Türen unterwegs. Bereits auf dem Weg zum Parkeingang entdecken wir einen Elefanten. Gleich nach dem Parkeingang überqueren wir auf einer Brücke den Luangwa River und beobachten Dutzende von Flusspferden, die dort im Wasser stehen um sich abzukühlen. Wir fahren los und haben immer einen Blick in die Bäume, da dies der National Park mit der höchsten Leopardendichte in Afrika ist. Leider entdecken wir keines der Tiere während der gesamten Fahrt. Dafür können wir weitere Giraffen, Zebras und Impalas entdecken. Die Impalas grasen auf einer Wiese direkt vor dem Sonnenuntergang. Ein recht kitschiges Bild, welches aber real stattfindet und wunderschön ist. Während der weiteren Fahrt stoßen wir auf ein Flusspferd, welches sich im Gebüsch aufhält und vor uns langsam den Weg überquert. Wir sind begeistert, müssen jedoch entdecken, dass dieses Tier eine recht schwere Verletzung an der Seite aufweist und es auch nicht in der Lage ist, seinen Kopf zu heben, als wir auftauchen. Wir sind begeistert das Tier so nahe, und außerhalb des Wassers zu sehen. Unser Guide erklärt uns jedoch anschließend, dass es ungewöhnlich sei, um diese Uhrzeit das Tier hier zu sehen. Es glaubt, dass dieses geschwächte Tier die Nacht wohl nicht überleben wird. Die Löwen haben Hunger und werden es heute Nacht reißen, sagt er. In den Gesichtern der Mädels macht sich daraufhin Entsetzen breit, dass dieses „süße“ Tier wohl sterben wird. Aber so ist die Natur! Wir fahren weiter.

Kurz bevor die Sonne untergeht fahren wir an das Ufer des Luangwa Rivers, nehmen unser kleines Picknick ein und beobachten während des Sonnenuntergangs die zahlreichen Flusspferde, die wenige Meter vom Ufer entfernt im Wasser stehen.

Als es wenig später dunkel geworden ist, was hier sehr schnell der Fall ist, steigen wir wieder in das Auto und starten unseren nächtlichen Game-Drive. Mit einem sehr lichtstarken Scheinwerfer machen wir uns auf dem Weg. Gleich nachdem wir los gefahren sind entdecken wir im Lichtkegel des Scheinwerfers einige Hyänen, denen wir anschließend auch recht nahekommen. Kurz darauf haben wir sehr viel Glück und erblicken einen Leoparden im Scheinwerferlicht, der gerade sein Revier markiert. Wir haben die Gelegenheit dem Tier, welches parallel zum Weg unterwegs ist, zu folgen und können es einige Zeit beobachten. Es lässt sich überhaupt nicht stören und ignoriert uns völlig, selbst als wir nur wenige Meter entfernt sind und mit Blitz fotografieren. Ein Leopard hat eben nichts zu befürchten und kaum Feinde, die ihm gefährlich werden können. In der darauffolgenden Stunde passiert nicht sehr viel. Ich bekomme jedoch ein Problem mit einem recht starken, menschlichen Bedürfnis. Nach meiner Frage wie viel Zeit wir noch bis zum Camping Platz zurück brauchen, stelle ich fest, dass ich es so lange nicht mehr aushalten kann. So gebe ich Bescheid und wir machen uns auf dem Weg zu einem geeigneten Platz. Als wir an eine Wegkreuzung kommen treffen wir auf ein Rudel von neun Löwen, die dort mitten auf der Kreuzung liegen um Witterung aufzunehmen. Wir umrunden das Rudel und sind sehr begeistert. Wir machen natürlich wieder jede Menge Fotos und können uns kaum losreißen. Wieder ein absoluter Höhepunkt am heutigen Tag.

Wir fahren aber dann doch weiter und halten nur ca. 200m später. Unser Guide fordert mich auf aus dem Wagen zu springen, um das zu tun was ich nicht mehr unterdrücken kann. Ein komisches Gefühl in stockfinsterer Nacht, in nur kurzer Entfernung zu einem hungrigen Rudel Löwen aus dem Auto zu springen, obwohl man bisher immer erklärt bekommen hat niemals während eines Game-Drives das Fahrzeug zu verlassen. Nun ja ich habe alles erledigen können ohne getötet zu werden!

Wieder im Camp zurück hat das Essen und die Biere besonders gut geschmeckt und ich konnte nach einem ereignisreichen Tag wunderbar schlafen.