3. Tag (20. Oktober 2009)

Lion Encounter

Lion Encounter

Lion Encounter

Vic Falls

Vic Falls

Vic Falls

Ich wurde vor dem Wecker wach. Draußen ist es bereits hell. Wir werden heute Morgen abgeholt und fahren zum Lion Encounter. Es ist eine Tour, die wir gestern noch gebucht hatten. Einen Spaziergang mit Löwen wollte ich dieses Mal auf keinen Fall verpassen. Nach einer kurzen Fahrt aus Victoria Falls hinaus erreichen wir die Lokalität. Beim Lion Encounter handelt es sich um einen Teil eines Programms zur Wiederansiedelung von Löwen in afrikanischen Nationalparks. Uns wird zuerst erklärt in welchen einzelnen Stufen die Auswilderung und Neuansiedelung der Löwen abläuft. Die Tiere werden anschließend in Nationalparks in ganz Afrika ausgesetzt und verbleiben nicht in Simbabwe. Es war interessant, die Hintergründe dieses Programm zu erfahren, und welchen Beitrag wir dazu leisten.

Anschließend soll es losgehen. Wir werden noch ausführlich über die richtige Verhaltensweise aufgeklärt und jeder von uns bekommt einen Stock, der als verlängerte Hand dienen soll. So ausgerüstet und mit dem nötigen Respekt treffen wir auf die beiden Jungtiere, mit denen wir heute Morgen spazieren gehen sollen. Sie sind gerade einmal fünf Monate alt, d.h. sie wurden ungefähr zu dem Zeitpunkt geboren als wir das letzte Mal in Victoria Falls waren! Sie liegen zur Begrüßung auf einem Felsen und machen einen sehr entspannten Eindruck. Wir gehen näher heran und sind entzückt. Nachdem alle die ersten Fotos geschossen haben starten wir unseren morgendlichen Spaziergang. Die beiden Löwen marschieren vorneweg und wir immer hinterher. Dabei können wir sie einzeln streicheln. Es ist ein beispielloses Erlebnis in der Verbindung mit diesen Wildtieren unterwegs zu sein. Zwischendurch gibt es immer mal wieder eine Pause, in der sich die Tiere hinlegen und sich von uns mit entsprechendem Respekt berühren lassen. Dabei ergeben sich natürlich unzählige Gelegenheiten Fotos zu machen. Nach einer Stunde haben wir unsere Runde absolviert und sind begeistert. Zum Abschluss gehen beide Tiere noch am Bachlauf trinken, so dass wir hier auch noch jede Menge Bilder machen können. Ein Löwe trinkt nämlich nur jeden zweiten Tag, so dass es nicht unbedingt sicher war, dies erleben zu können.

Zum Abschluss bietet sich auch noch die Gelegenheit mit den beiden anderen Löwen Kontakt aufzunehmen, mit denen der zweite Teil unserer Gruppe unterwegs war. Diese beiden Tiere sind bereits 14 Monate alt und nahezu ausgewachsen. Mit ihnen sind wir ebenfalls ein paar Meter unterwegs und haben auch noch einen Augenblick um uns zu ihnen zu gesellen und sie zu streicheln. Irgendwie glaubt man immer noch nicht, dies erlebt zu haben. Die Raubtiere reichem einem bis zur Hüfte und gehen friedlich neben einem her!!

Zum Abschluss haben wir noch gemeinsam gefrühstückt, bevor wir wieder mit dem Bus in die Stadt zurückgefahren wurden. Daniela und ich haben uns gleich am Eingang zu den Viktoriafällen absetzen lassen, um uns die Wasserfälle anzuschauen. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied im Verhältnis zum meinem letzten Besuch zu erkennen. Es fließt deutlich weniger Wasser über die Fälle. Ganze Abschnitte liegen trocken und überall schauen Felsvorsprünge hervor, die vor Monaten noch nicht einmal zu erahnen waren. Jedoch muss ich feststellen, dass es doch mehr Wasser gab als ich erwartet hätte. Es ist kaum Gischt vorhanden, wodurch es möglich ist bis in die Schlucht hinunter zu blicken. Wir genießen jeden einzelnen Ausblick und lassen uns viel Zeit. Je weiter wir uns Richtung sambische Seite bewegen, desto weniger Wasser stürzt über die Fälle. Hier sind ganze Bereiche trocken. Dadurch haben wir jedenfalls die Möglichkeit direkt an der Kante zu verweilen ohne nach 30s klatschnass zu sein. Wir sitzen in der Sonne, genießen die Fälle und den Nachmittag. Auf dem Rückweg machen wir nochmals mehrfach Station an den Main Falls und an Devil’s Cataract. Wir verabschieden uns von den Fällen, die meiner Meinung nach die gewaltigsten auf der Erde sind, selbst heute an einem Tag in der Trockenzeit. Nachdem wir den Nationalpark verlassen haben gehen wir auf der Straße zur Grenze, um auf die Brücke im Niemandsland zu kommen. Vor hier wird auch Bungee gesprungen. Wir aber genießen nur den Blick in die Schlucht. Tief unten an den Felswänden kann man den sich deutlich abzeichnenden Wasserhöchststand von vor ein paar Monaten erkennen. Der gewaltige Unterschied im Wasserstand ist erst hier erkennbar. Auch der Blick in Richtung der Fälle zeigt einen gewaltigen Unterschied. Die gesamte Felswand, von der kein Tropfen Wasser rinnt, ist zu erkennen. Beim letzten Mal war dies eine weiße Wand, die man durch die gewaltige Gischt nun selten für Sekunden erspähen konnte. Es ist nicht zu fassen!

Den Weg zurück in die Stadt legen wir zu Fuß zurück und stellen fest, dass es ganz schön weit ist, und die Mittagshitze macht durstig. Wir setzen uns ins River Café und genießen eine kühle Cola und einen leckeren Burger.

Abends, im Shoestring Backpacker treffen wir noch auf Ray, der aus Vic Falls stammt. Wir unterhalten uns lange und ausführlich über die wirtschaftlichen Dinge hier in Zimbabwe und erfahren einmal die Sichtweise der Einheimischen.