13. Tag (30. Oktober 2009)

Lake Malawi

Lake Malawi

Lake Malawi

Lake Malawi

Lake Malawi

Wir wollen heute nach Livingstonia. Da sich gestern jedoch herausgestellt hat, dass die Wanderung hin und zurück ungefähr 36km lang gewesen wäre, haben wir uns dazu entschlossen für ein paar Dollar einen Transport zu nehmen. So stehen wir heute Morgen auf dem Zeltplatz als 2 Pickups hereinfahren. Wir dachten, die beiden Fahrzeuge seien für uns. Es hat sich jedoch sehr schnell herausgestellt, dass für unsere Gruppe nur ein Fahrzeug bestimmt war. So fuhren wir alle zusammen mit 16 Personen völlig überladen in Richtung Livingstonia. Die Straße war natürlich eine schmale Schotterpiste, die über mehrere hundert Höhenmeter in die Berge führte. Spätestens, als nach recht kurzer Fahrt ein Reifen seinen Geist aufgegeben hat war klar, dass unser japanisches Gefährt seine besten Jahre bereits lange hinter sich hatte. Der Motor war überfordert, die Lenkung schwer ausgeschlagen, das Fahrwerk kaputt, und von den Bremsen wollte ich gar nicht sprechen. Selbst für Afrika war der Pickup in einem erbärmlichen Zustand.

Zwischendurch machen wir einen Stopp und besuchen den Manchewe Wasserfall. Wir begeben uns über einen steilen Weg hinab und erreichen eine Art Plattform, die uns hinter den Wasserfall führt. So stehen wir nun da und können den Wasservorhang, der sich vor uns ausbreitet genießen. Auf dem Rückweg gehen einige aus unserer Gruppe noch oberhalb des Wasserfalls im Fluss baden, während ich derweil die Sonne genieße.

Der weitere Teil der Straße ist nicht mehr so steil und so erreichen wir nach fast 2 Stunden Livingstonia. Es ist die einzige Missionsstation, die heute noch existiert, da in der Vergangenheit alle anderen Missionare am Malawi-See der Malaria zum Opfer gefallen sind. Die Missionare in Livingstonia haben überlebt, da es in dieser Höhe keine Malaria gibt. Zuerst schauen wir uns die Kirche an, die recht groß, und mit bunten Glasfenstern reich ausgestattet ist. Das Museum, welches wir anschließend besichtigt haben, war recht klein und überschaubar. Ich habe nicht alle Texte und Geschichten gelesen, sondern mich lieber in die Sonne gestellt und den Blick auf den Malawi-See genossen.

Gleich darauf war natürlich noch ein Stopp am Craft Shop fällig, in dem ich mich auch nicht lange aufgehalten habe. Sodann sollte die Fahrt wieder zurück zum Camp gehen. Erst jetzt, bei der Fahrt bergab zeigte sich der wahre Zustand der Bremsen. Wir fuhren aus diesem Grund extrem langsam und schlichen nur so dahin. Als die Straße wieder steiler wurde war es mir zu viel. Ich habe den Fahrer gebeten zu halten und bin ausgestiegen. Jörg hat sich mir spontan angeschlossen und so sind wir beide die Hälfte des Weges zu Fuß abgestiegen. Ich wollte sowieso lieber zu Fuß gehen, um die Landschaft und den Ausblick besser genießen zu können.

Wir starteten unseren Abstieg, als sich unser ehemaliges Gefährt aus unserem Sichtbereich verabschiedete. Wir schauen uns zuerst einmal um und genießen die Ruhe nach der rumpeligen Fahrt. Die Wasserflasche gut gefüllt machen wir uns auf den Weg. Die verschiedenen Ausblicke laden regelrecht zum Fotografieren ein, und die ausgeprägten Farben erst recht. So marschieren wir los und erkennen auch leicht die Abkürzungen, durch die man nicht die gesamten Kehren der Straße laufen muss. Je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke wird es weniger steil und der Baumbewuchs, der uns noch wenigstens ein bisschen Schatten spendete hörte auf. Nun brannte die Sonne regelrecht und es war richtig heiß. Der letzte Schlug Wasser aus der Flasche hätte locker dazu getaugt einen Tee aufzubrühen, so warm war es.

Als wir mit qualmenden Socken schließlich unten an der Hauptstraße ankamen haben wir zuerst einmal etwas Kühles zum Trinken gekauft und uns in den Schatten gesetzt. Währenddessen konnten wir das täglich Leben an den vielen Ständen und kleinen Verkaufsbuden hier in Malawi beobachten. Es haben sich auch sehr schöne Fotomotive ergeben.

Wieder abgekühlt und gestärkt haben wir uns auf den letzten Abschnitt gemacht. Es waren nur noch ein paar Meter die Straße entlang. Ein Pickup mit einer singenden Gruppe von Leuten auf der Ladefläche fuhr an uns vorbei, und fast alle haben freudig gewunken, als sie bemerkten, dass wir fotografieren.

Wenig später sind wir, an einer Wasserpumpe, auf eine Gruppe Kinder gestoßen und konnten einige Bilder machen. Als sie uns wenig später bemerkten, kamen sie auch schon angerannt und wir waren umringt von ihnen. Sie freuten sich alle riesig, als wir Bilder von ihnen machten und diese ihnen zeigten. Ich fand es echt ungewöhnlich, dass die Leute hier noch nicht ärgerlich wurden als wir versuchten sie zu fotografieren.

Auf den schmalen Weg ins Camp zurück sind wir an den Ständen rechts und links des Weges vorbeigekommen, in denen die Leute ebenfalls Holzschnitzereien verkauften. Als ich die dort angebotenen Stühle gesehen habe wusste ich, dass ich zu früh gekauft hatte! Nachdem ich mein Zeug abgeworfen, und eine erfrischende Dusche genommen hatte ging ich wieder hinaus zu den Händlern. Nach einigen Verhandlungen habe ich es geschafft, dass er meinen kleinen Stuhl in Zahlung nahm und ich einen größeren Stuhl kaufen konnte. Nun bin ich also stolzer Besitzer eines großen, geschnitzten, afrikanischen Holzstuhls.