3. Tag (19. April 2009)

Citrusdal

Bushman Walk

Ziemlich früh klingelt heute der Wecker. Nach einer kurzen Dusche und einem ebenso kurzen Frühstück nehme ich ein Taxi zum Short Market Square, unserem Treffpunkt. Vor der Türe lerne ich gleich Christiane kennen, die auf die gleiche Tour geht wie ich und die Nacht im Backpacker verbracht hatte. So teilen wir uns das Taxi. Als wir im Büro von Nomads ankommen, sind die meisten Mitreisenden bereits da. Zu meiner Überraschung fällt mir auf, dass ¾ davon Mädels sind. Weniger überrascht bin ich darüber, dass ich wohl einer der älteren sein werde. Wir füllen nacheinander noch einige Papiere aus und lernen darauf Lesley, unseren Tour Guide, kennen. Wie sich herausstellt, werden einige von den Leuten nicht bis nach Victoria Falls mitfahren, sondern schon in Namibia aus der Tour aussteigen.

Neben Lesley haben wir noch Tulani als Guide in Ausbildung und Gerti, unsere Köchin, mit dabei. Unser Truck hat einen Namen und heißt Janis. Nachdem sämtliche Rucksäcke in den Schließfächern von Janis verstaut sind, fahren wir aus der Stadt heraus und machen kurz darauf an einem großen Supermarkt einen Stopp, um uns mit dem Nötigsten zu versorgen. Leider regnet es schon den ganzen Morgen, und die Wolken hängen so tief, dass wir auf den weltberühmten Blick vom Blouberg Beach auf Kapstadt mit dem Tafelberg im Hintergrund leider verzichten müssen. Aber meiner Stimmung tut dies keinen Abbruch, denn ich bin wieder „Auf Tour!“

In der Nähe von Citrusdal am Elephant River erreichen wir den Campingplatz und bauen zum ersten Mal unsere Zelte auf. Kurzentschlossen teile ich mit Manni das Zelt. Er kommt aus der Schweiz und ist bereits seit ein paar Monaten unterwegs. Nachdem die Zelte stehen und sich alle Leute einigermaßen zurechtgefunden haben, geht es auf eine Buschwanderung. Skibi ist ein echter Buschmann und unser heutiger Führer. Er hat jede Menge über die Tier- und Pflanzenwelt zu erzählen. Zwischendurch fängt er noch einen Skorpion, findet jedoch leider keine Schlange. Als wir einen Felsen mit Wandmalereien erreichen, erzählt Skibi uns recht lustige und unterhaltsame Geschichten über das frühere Leben der Buschmänner. Der Nachmittag war deshalb recht kurzweilig, und wir erreichen nach zwei bis drei Stunden Streifzug wieder unseren Campingplatz. Gerti hat bereits angefangen zu kochen. Es gibt Spaghetti Bolognese. Wir sitzen das erste Mal ums Feuer, haben unsere Teller auf den Knien und essen. Als wir fertig sind, stellt sich jeder von uns kurz vor, so dass wir uns gegenseitig kennen lernen können. Lesley erklärt Grundsätzliches zur Tour, und es gibt auch kleine Arbeiten, die wir täglich auf der Tour auszuführen haben. Ich gehöre zur Gruppe, die für das Packen der Zelte und Matratzen in den Truck zuständig ist. Andere sind für das Abspülen zuständig. Wir sind 16 Leute, wobei sich die meisten alterstechnisch in den Zwanzigern befinden. Dann kommt ein kleiner Mittelbau und am oberen Ende Biene und Jacky. Es ist also eine verhältnismäßig gemischte Gruppe.

Aus der Bar holen wir uns das erste Bier auf der Tour und genießen unseren ersten Abend unter afrikanischem Himmel. Es wird jedoch recht schnell kühl, nachdem die Sonne untergegangen war, und somit verziehen sich die Leute recht früh ins Zelt.