22. Tag (08. Mai 2009)

Ultra Leicht Überflug

Vic Falls aus der Luft

Da es direkt an den Fällen gestern extrem nass war, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, einen Ultraleicht-Flug über den Sambesi und die Viktoria Fälle zu unternehmen. Manni und Daniela hatten diesen bereits gestern gebucht, so dass wir uns zu dritt zu diesem Abenteuer aufmachen. Wir werden recht früh abgeholt und fahren zuerst an die Grenze nach Sambia, da der Flug von Sambia aus startet. An der Grenze übernimmt uns der entsprechende Fahrer, und wir kaufen uns ein Tages-Visum. Deshalb bekommen wir noch einige weitere Stempel in den Pass. Am Flugplatz angekommen, musste ich leider zu meiner Enttäuschung feststellen, dass man während des Fluges aus sicherheitstechnischen Gründen keine Kameras mitnehmen darf. Aber das ist mir nun auch egal. Ich ziehe meinen Overall an und sehe aus, wie das Michelin Männchen. Als ich im Ultraleicht-Flieger sitze, den Helm mit dem Kopfhörer aufhabe und wir Richtung Startbahn rollen, freue ich mich auf dem Flug. Als wir abheben und schweben eröffnet sich unmittelbar ein sensationeller Überblick über den Sambesi und die in einiger Entfernung zu erkennenden Victoria Fälle. Wir steigen auf ungefähr 500 Fuß Höhe und umkreisen die Fälle zweimal, wobei die Gischt und die Wolkenbildung der Fälle annähernd unsere Höhe erreichen. In der Schlucht, durch die der Sambesi nach den Fällen fließt, steht das Wasser 12 m höher als normal. Es ist selbst aus dieser Höhe zu erkennen, mit welcher Gewalt das Wasser sich seinen Weg bahnt. Während des Überflugs über den Sambesi oberhalb des Wasserfalls können wir unter uns noch Flusspferde im Sambesi und einen Elefanten auf einem Golfplatz erkennen. Die 15 Minuten Flug sind leider viel zu schnell vorbei, und wir setzen bereits wieder zur Landung an. Obwohl viel zu kurz, möchte ich diesen Flug auf keinen Fall missen. Als wir hinterher noch die Bilder anschauen, die von einer Tragflächenkamera aus gemacht wurden, entscheide ich mich natürlich sofort dafür, diese zu kaufen. Glücklich und nun doch mit Bildern bewaffnet machen wir drei uns wieder auf den Rückweg nach Simbabwe.

Als wir wieder zurück im Savannah Lodge sind, bereiten wir uns darauf vor, in das Mukuni Victoria Falls Craft Village zu gehen, in dem man sämtliche Schnitzereien kaufen kann. Gleich als wir die Savannah Lodge verlassen, werden wir auch schon von vier oder fünf fliegenden Händlern umringt und gebeten, ihre Ware zu kaufen. Nur hartnäckiges Weigern und das Auftauchen der Tourismuspolizei, die verhindern soll, dass die fliegenden Händler überhand nehmen, rettet uns. Als wir auf den Markt kommen, eröffnet sich uns ein Bild von Dutzenden Verkaufsständen, die über und über mit Schnitzereien gefüllt sind. Die Händler sind freundlich und einigermaßen zurückhaltend, wenn man vier oder fünfmal nein gesagt hat. Es ist gar nicht so einfach, hier einzukaufen, vor allem dann nicht, wenn man sich für einzelne Stücke interessiert. Hat man sich dann einmal innerlich für etwas entschieden, kommt eigentlich der interessantere Teil zum Tragen, das Feilschen um den Preis. Da die Landeswährung der Hyperinflation zum Opfer gefallen ist, werden die Preise in US-Dollar gehandelt. Jedoch auch Kleidungsstücke, Socken, Waschmittel, Insektenschutzmittel etc. werden von den Händlern als Zahlungsmittel entgegengenommen und sind sehr begehrt. So kann es sein, dass man für eine Schnitzerei ein paar US-Dollar, zwei T-Shirts und eine Sonnencreme bezahlt. So bin ich alles losgeworden, was ich wahrscheinlich sowieso weggeworfen hätte und habe nun jede Menge Souvenirs.

Da es relativ schwierig ist, selber etwas zu finden und ich keine Lust hatte, alleine essen zu gehen, sind wir heute noch einmal gemeinsam essen gegangen. Wie sich herausgestellte, fand das traditionelle afrikanische Essen leider in einem großen Touristen-Ressort statt, und die Atmosphäre war meines Erachtens nicht so berauschend. Dafür war das Essen sehr lecker und man konnte Impala, Gämsbock, Strauß und sämtliche andere Wildtiere probieren.

Als wir wieder zurück im Savannah Lodge waren und ich noch ein Bier an der Bar trinken wollte, habe ich eine Runde ausgegeben, da ich für meinen 10-US-Dollar-Schein sowieso kein Wechselgeld hätte bekommen können. So haben wir unseren letzten gemeinsamen Abend verbracht und uns voneinander verabschiedet.