21. Tag (07. Mai 2009)

Viktoria Falls

Viktoria Falls

Regenbogen Vic Falls

Sunset Dinner Sambesi

Heute ist meine letzte Chance, noch einmal auf Tierbeobachtung zu gehen, und deshalb nehme ich an dem zusätzlich angebotenen Game Drive teil. Zusammen mit Daniela brechen wir vor Sonnenaufgang auf. Als wir uns kurze Zeit innerhalb des Nationalparks befinden, treffen wir bereits auf Giraffen, um anschließend gleich neben dem Weg eine Gruppe Hyänen beobachten zu können. Dies ist eine besondere Attraktion, da sie sich nur wenige Meter neben dem Fahrzeug befinden. Als wir weiterfahren, beobachten wir noch einen Schakal und natürlich jede Menge Antilopen, Springböcke und erspähen plötzlich zwei Büffel. Ich mache jede Menge Fotos und bin begeistert. Unser Glück steigert sich noch etwas, als wir wenig später einen sehr großen Büffel direkt neben dem Weg stehen sehen und ich sogar Nahaufnahmen machen kann. Als wir in der Nähe recht laut einen Löwen brüllen hören, versuchen wir diesen aufzuspüren. Doch leider ohne Erfolg. Auf dem Rückweg zum Parkeingang erkennen wir in einiger Entfernung zwischen den haushohen Büschen am Hang noch vier Elefanten. So viel Wild, wie wir auf dieser Fahrt heute sehen konnten, hatte ich nicht erwartet. Dieser Game Drive hat sich gelohnt.

Als wir wieder zurück im Camp sind, gibt es noch ein kurzes Frühstück für uns, und dann gehen wir auf unsere letzten Etappe nach Simbabwe. Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Grenze und passieren diese zeitlich recht schnell, nachdem wir für 30 US-Dollar das Visum gekauft hatten. So erreichen wir nur wenig später unser Ziel, Victoria Falls. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt, im Laufe derer Lesley uns erklärt, wo alle wichtigen Dinge des Lebens sich befinden, fahren wir zur Savannah Lodge und checken dort ein. Ich habe für zwei Nächte ein Einzelzimmer und genieße es, wieder genügend Platz zu haben, um mich ausbreiten zu können, zumal mein Rucksack einem großen Chaos gleicht.

Gleich darauf machen wir uns auf den Weg zu den Wasserfällen. Ich war gut vorbereitet, die Kamera mit einer Plastiktüte geschützt und ich nur mit einem T-Shirt, einer kurzen Hose und Sandalen bekleidet. Heute Morgen wurde ich von den Mitfahrern des Game Drives davor gewarnt, dass es extrem nass werden kann an den Fällen. So nähern wir uns einem weiteren Höhepunkt unserer Reise und das Donnern der enormen Wassermassen ist bereits aus großer Entfernung wahrzunehmen. Am Parkplatz angekommen und kaum ausgestiegen kommen uns bereits die ersten Händler entgegen, die ihre Regenmäntel verleihen möchten. Ich gehe davon aus, dass ich so nass werde, dass ein Regenmantel auch nichts nützt und nehme deshalb keinen. Dabei ist es sofort spürbar, dass nur wenige Touristen vor Ort sind und die wirtschaftliche Lage hier nicht besonders gut ist.

Als wir in den Nationalpark eingetreten waren, erfreuen wir uns an den ersten Ausblicken auf die Fälle. Es eröffnet sich uns ein gewaltiges Szenario. Die entstehende Gischt ist gewaltig und es wurde bereits am Eingang leicht feucht. Aber die Sonne scheint und es ist warm. In der Schlucht unten kann man nur eine weiß schäumende Masse erkennen und das enorme Donnern wahrnehmen. Es wird einem sofort ersichtlich, dass der Sambesi einen enorm hohen Wasserstand führt. So gehen wir von einem Aussichtpunkt zum nächsten. Am Anfang ist es noch möglich, die Kamera aus der schützenden Plastiktüte herauszunehmen und Bilder zu machen, später wird der Niederschlag aus Gischt und Wolken derart stark, dass dies nicht mehr möglich ist. Man glaubt, in einem tropischen Regen zu stehen. Es ist jedoch toll, dass man kaum 100 m laufen muss, um unter wolkenlosem Himmel und in der wärmenden Sonne zu stehen. Sehr eindrucksvoll sind die Aussichtspunkte dennoch. Man kann die Gewalt des Wassers förmlich spüren, besonders weil es hier keine Absperrgitter oder Geländer gibt. Theoretisch könnte man einfach in die Schlucht springen. Nach kürzester Zeit sind wir klatschnass aber glücklich. Es ist ein unglaubliches Erlebnis.

Nachdem wir den Wasserfall wieder verlassen hatten, fahren wir zurück zur Savannah Lodge, trocknen uns ab und ziehen uns um. Ein weiteres Highlight folgt. Als Abschluss der Tour machen wir eine so genannte Sunset Dinner Cruise. Bevor wir das Boot besteigen, begrüßt uns eine afrikanische Combo mit afrikanischer Musik und Tanz. Zu Beginn fahren wir mit der Strömung den Sambesi hinunter in Richtung der Victoria Fälle. An der Stelle, an der wir die Gischt der Fälle erkennen können, drehen wir um und fahren in einem Nachbarkanal nun stromaufwärts. Der Koch beginnt zu brutzeln und das Buffet vorzubereiten, während wir unser kühles Bier und die herrliche Landschaft genießen. Auch hier ist der enorme Wasserstand spürbar, da unser Boot kaum gegen die Strömungen ankommt. So fahren wir nah am Ufer entlang und können sogar noch ein Krokodil erkennen. Als das Essen fertig ist, schlagen wir zu und genießen wieder einmal einen wunderschönen Sonnenuntergang und ebenso die restliche Fahrt. Kurz bevor wir von Bord gehen, besorgen wir uns noch ein paar Bier.

Den Abend lassen wir bei ein paar weiteren kühlen Bieren im Nite Club und anschließend in der Shoestring Backpacker Bar ausklingen.