18. Tag (04. Mai 2009)

Buschwanderung

Hippo Pool

Mokoro Fahrt

Wir stehen heute wieder vor Sonnenaufgang auf, und brechen kurz nach Anbruch der Dämmerung zu unserer großen, fünfstündigen Buschwanderung auf. Wir werden in zwei Gruppen aufgeteilt und ziehen los. Dabei durchstreifen wir den Busch immer auf der Suche nach Tieren, die wir beobachten können. Nach fast einer Stunde treffen wir auf die erste Herde Zebras, um gleich darauf nochmals weitere Tiere einer anderen Gruppe beobachten zu können. Wenig später ist überdies ein Impala, eine Antilopenart, zu erkennen. Obwohl das Tier recht weit entfernt ist, ergreift es unmittelbar die Flucht, als wir versuchen etwas näher zu kommen. Als wir weitergehen, können wir eine Gruppe Büffel zwischen den Büschen erkennen. Leider ist das Gras so hoch, dass wir nur den schwarzen Rücken der Tiere erspähen können, obwohl wir zur besseren Aussicht noch einen Termitenhügel besteigen. Als wir die andere Gruppe treffen, um uns gemeinsam auf den Rückweg zu machen, erfahren wir, dass sie die Büffel auf freiem Feld viel deutlicher beobachten konnten als wir. Pech für uns!

Auf dem Rückweg können wir in unmittelbarer Nähe eine Giraffe mit ihrem Jungen beobachten. Die Giraffe beobachtet uns jedoch auch, um jederzeit flüchten zu können. Deshalb verhalten wir uns sehr still und warten einfach ab. Währenddessen ist nur das unermüdliche Klicken der Kameras zu hören. Gleich darauf treffen wir auf eine größere Herde von Zebras. Zu unserer Überraschung gehören acht große Giraffen zu deren Begleitung, welche erst kurze Zeit später hinter den Büschen zu erkennen sind. Sie haben uns natürlich bereits bemerkt und beobachten uns argwöhnisch. Irgendwie trauen sie uns nicht und beginnen zu galoppieren. Dabei sehen vor allem die Giraffen sehr elegant aus, und wir sind sehr beeindruckt, als wir dies beobachten können. Am Wasserloch, welches wir als nächstes passieren, können wir leider nur die Abdrücke von Elefanten erkennen, die Tiere sind leider nicht zu sehen. So kommen wir recht müde wieder zurück zum Camp und stärken uns erst einmal mit einem Frühstück, welches Gerti mal wieder vorzüglich, wie übrigens jede Mahlzeit, vorbereitet hat.

Den weiteren Tag verbringt jeder auf seine Art. Einige von uns versuchen, mit mehr oder weniger Erfolg Mokoro zu fahren. Ich ziehe es vor, wie bereits gestern, eine Runde baden zu gehen. Es ist herrlich, im Klaren und frischen Wasser des Otawango Deltas zwischen dem Schilfrohr zu planschen, zumal der Boden von schneeweißem Sand bedeckt ist.

An Stelle einer Buschwanderung unternehmen wir heute Abend eine Bootsfahrt mit den Mokoros durchs Schilf, bis wir eine große offene Stelle erreichen, in welcher Flusspferde im wahrsten Sinne des Wortes „auftauchen“. Wir schieben unsere Mokoros ins Schilf und verhalten uns still beim Beobachten. Die Tiere befinden sich in relativ kurzer Entfernung und wir können sie nicht nur hören, sondern auch sehen. Als die Flusspferde sich nähern, beginnen unsere Begleiter die Mokoros etwas nach hinten ins Schilf zurückzuziehen. Die Wasseroberfläche ist spiegelblank und die untergehende Sonne wird so reflektiert, dass sich die dunklen Köpfe der Flusspferde entsprechend abheben. Wir genießen die Stunde, die wir in der Nähe dieser Tiere verbringen können, bevor wir wieder zurück ins Camp fahren, um am Lagerfeuer unser obligatorisches Bier zu trinken.