17. Tag (03. Mai 2009)

Otavango Delta

Otavango Delta

Was für eine Nacht! Nach Mitternacht hat mich ein heftiges Gewitter geweckt, denn es kam Wasser durch die Fliegengitter an den Fenstern des Zeltes herein. Wir hatten die Fensterabdeckungen nicht geschlossen und die Regenkappe des Zelts natürlich, wie in den letzten Tagen und Nächten auch, nicht aufgespannt. Wir konnten die Fenster aber auch nicht schließen, ohne aus dem Zelt zu müssen und klatschnass zu werden. So dachten wir: Es wird schon nicht so lange dauern und wir werden es einigermaßen überstehen, drehten uns um und schliefen weiter. Als kurze Zeit später mich eine Autoalarmanlage wieder weckte, war ich der Ansicht, dass ich mit meinem leicht feuchten Schlafsack die Nacht noch gut überstehen werde, zumal der Regen zu diesem Zeitpunkt aufgehört hatte.

Jedoch wenig später gab es ein zweites heftiges Gewitter, welches weiteres Wasser in unser Zelt trieb. Manni war ebenfalls wach und entschied sich dazu, die Fenster von außen zu schließen. Als er wieder ins Zelt zurück kam, war er klatschnass und trocknete sich ab. Nach 5 Minuten musste er feststellen, dass die letzten Tropfen fallen und es aufhört zu regnen. Etwas genervt legen wir uns wieder hin und versuchen noch ein bisschen zu schlafen. Ohne weiteren Schlaf stehen wir früh am Morgen auf und werden gleich beim Frühstücken von einem dritten Gewitter erwischt. Wir flüchten in Janis und warten ab. Als es hell wurde und wir unser Zelt abbauen wollten, war das Ausmaß der nächtlichen Unwetter ersichtlich. Die Schlafsäcke waren klatschnass, und wir hatten am Fußende ca. 10 cm Wasserstand im Zelt. Mein kleiner Rucksack mit der Kamera stand ebenfalls ein paar Zentimeter im Wasser. Er hat jedoch erfreulicherweise dicht gehalten, so dass die Kamera nicht betroffen war.

Zum Glück waren wir nicht so viele Leute auf dieser Tour, so dass noch trockene Zelte im Truck vorhanden waren. So konnten wir unsere nassen Zelte stehen lassen und mit trockenen Zelten ins Delta aufbrechen. Als wir auf der Ladefläche des LKWs mit einfachem Sonnendach saßen, um ins Delta zu fahren, begann es erneut zu regnen, es war kühl und Schuhe und Hose waren daraufhin schon wieder nass.

Als wir am Wasser ankamen, um in die Mokoros umzusteigen, war es wieder trocken und es hat sich aufgeklart. Die Fahrt in den Booten zu unserem Camp war sehr gemütlich und es wurde mit der Zeit immer wärmer. Ein Mokoro ist ein etwa vier Meter langes Einbaum-Boot, welches mit einer Stange am Flussbett langsam abgestoßen und so fortbewegt wird. Als wir aussteigen und die Zelte aufbauen scheint bereits die Sonne, so dass wir unsere nassen Sachen aus der vorherigen Nacht zum Trocknen ausbreiten können. Im Camp müssen wir uns zuerst einmal einrichten, denn es ist einfach nur ein Platz im Busch. Wir haben deshalb alles, was man braucht, von den Matratzen über die Stühle, Lebensmittel, Wasser und Kochgeschirr, mit hierhergebracht. Zuerst wird uns erklärt, in welchem Bereich wir uns frei, ohne Begleitung eines Einheimischen bewegen können. Als nächstes wurde als Toilette ein simples Loch im Boden eingerichtet. Als dann anschließend die Feuerstelle ausgewählt war und das Feuer brannte, waren wir endgültig im Delta angekommen.

Da die Nacht recht ungemütlich gewesen war, habe ich mich einfach am Nachmittag auf einer der Matratzen in die Sonne gelegt und einige Zeit geschlafen. Gegen Abend gehen wir auf unsere erste Buschwanderung. Dabei sind wir zum ersten Mal zu Fuß und nicht in einem Fahrzeug unterwegs, um Tiere zu beobachten. Ein ganz neues Gefühl. Leider haben wir auch heute nur Termiten und Ameisen entdeckt. Jedoch konnten wir wieder einmal einen spektakulären Sonnenuntergang genießen.