5. Tag (22. Oktober 2008)

Heute verlasse ich Quito und fahre in die Nähe des Berges Corazon, weil ich diesen Gipfel in den nächsten Tagen besteigen will. Ich habe heute Morgen alles zusammengepackt und nehme ein Taxi zum riesigen und chaotischen Terminal Terreste in Quito, von wo aus die Busse in alle Himmelsrichtungen abfahren. Ich mache mir bereits Gedanken, wie ich an ein Ticket und in den richtigen Bus komme, als mein Taxifahrer direkt neben einem Bus hält und Machachi ruft, während er auf den Bus deutet. Ich frage ungläubig nochmals nach, worauf ein Nicken erfolgt und so steige ich ein. Keine 10 Minuten später rollt der Bus bereits an und ich verlasse Quito. Nach dem Preis habe ich nicht gefragt, aber nach der Erfahrung von gestern kann es nicht so viel sein.

Wir sind auf der Panamericana Richtung Süden unterwegs und befinden uns über den Wolken! Wobei ich ungläubig aus dem Fenster schaue! Die Straße führt steil bergab um kurz darauf wieder stark anzusteigen. In Machachi steige ich um. Weil ich mich jedoch nicht richtig verständigen kann, nehme ich eine Camionetta, um nach Chaupi zu kommen und meine Unterkunft zu erreichen. Als ich im Hostal ankomme, verstehe ich zuerst kein Wort und kann mich auch nicht richtig verständigen, bis der Typ sein Englisch auspackt, ich sehr froh bin. So bekomme ich ein Bett und auch die Auskunft, dass Wladimir, der Bergführer mit dem ich bereits telefoniert hatte, heute noch auftauchen wird.

Beim Auspacken dann der Schock! Mir wurde meine gute Kamera aus dem Rucksack gestohlen! Im ersten Augenblick klammere ich mich noch an die Hoffnung, sie vergessen zu haben, aber als ich den Schnitt im Rucksack sah, war alles klar. Es muss wohl im Bus passiert sein. Ich hatte meinen kleinen Rucksack auf dem Boden stehen. Komischerweise waren die beiden Typen hinter mir irgendwie suspekt, weil sie eine Baseball Kappe zwischen die Sitze geklemmt hatten. Ich könnte mir in den Hintern beißen, und bin wütend auf mich selbst, weil ich so naiv blöd war. Jetzt gibt es eben keine Bilder von dieser Reise. Das heißt, ich brauche mich nun auch nicht mehr auf die Jagd nach einem guten Motiv zu begeben. Was für eine Erleichterung!! Scheiße! Na ja, jedenfalls habe ich noch mein Geld, meinen Pass und meine sonstigen Wertsachen. Zuerst habe ich einmal meine Fototasche ganz tief im großen Rucksack vergraben, um nicht ständig daran erinnert zu werden.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Lesen bis Wladimir aufgetaucht ist. Wir haben uns darauf verständigt, morgen die Tour zu machen, obwohl das Wetter nicht besonders gut aussieht. Ich hoffe, dass es morgen früh aufreißt und die Sonne scheint. Wladimir war auch gleich noch so nett, für mich eine Nacht in einem Hotel in Riobamba zu reservieren. Ein Freund von ihm besorgt mir zudem noch ein Ticket für den Zug, da ich nicht genau weiß, wann ich abends in Riobamba ankommen werde und das Ticket immer am Vorabend gekauft werden muss.