19. Tag (05. November 2008)

Post Office Bay

Devils Crown

Nach einer problemlosen Nacht, in der ich trotz Wellengangs gut geschlafen habe, sind wir heute bei Floreana angekommen. Diese Pillen sind einfach toll. Als ich an Deck komme, sitzen unsere beiden Ladys aus Amerika bereits am Tisch und freuen sich ihres Lebens. Obama hat gewonnen und wird nun neuer US Präsident!

Wir liegen in der Post Office Bay vor Anker. Mit dem Beiboot fahren wir an den Strand und gehen zuerst zum Briefkasten. Dieser besteht hier aus einem uralten Whiskey-Fass und existiert seit 1792. Es ist ein ganz einfaches Prinzip. Jeder, der Post verschicken will, legt diese in den Briefkasten, gleichzeitig schaut er nach Post, die für ein Land bestimmt ist, welches er in den nächsten zwei Wochen erreicht. Diese Post kann er dann mitnehmen und sozusagen ausliefern, indem er eine Briefmarke draufklebt und entsprechend im Empfängerland versendet. Wenn es der Zufall will, kann man die Post auch persönlich überreichen. So hat die Post bei den alten Seefahrern über Jahrhunderte funktioniert.

Ganz in der Nähe vom Strand findet man Trinkwasser, der eigentliche Grund, warum Floreana bereits früh besiedelt wurde und deshalb auch die Post Office Bay entstanden ist. Vom Strand aus gehen wir einige Schritte und besuchen einen Lavatunnel, den wir mit unseren Taschenlampen erkunden. Er hat einen beachtlichen Durchmesser und nach wenigen Metern befinden wir uns in absoluter Dunkelheit. Einige Meter weiter stoßen wir auf Wasser. Leider hat niemand von uns Badekleidung dabei, so dass es hier für uns nicht weitergeht. Die restliche Zeit verbringen wir am Strand. Einige von uns schnorcheln. Ich setze mich nur an den Strand und genieße die Bucht, die Sonne und den wieder einmal wolkenlosen Himmel.

Als wir wieder an Bord sind, fahren wir zur Cormorane Bay weiter, in der wir unser Mittagessen einnehmen und setzen anschließend unseren Fuß wieder an Land. Der Sand ist braun wie heute Morgen auch. Ein paar Schritte hinter dem Strand erreichen wir eine Salzwasserlagune, in der Flamingos brüten. Heute ist allerdings nur eine Handvoll Vögel zu sehen. Es ist ziemlich heiß und die Sonne sticht. Deshalb bin ich froh, wieder an Bord zu sein und demnächst zum Schnorcheln zu kommen.

Wir fahren in die Teufelskrone. Es sind die Reste eines Kraters, der sich mitten im Meer befindet, nur noch in Bruchstücken aus dem Wasser ragt und ein großes Becken bildet. Die ganze Teufelskrone wird von einer starken Strömung durchflutet. Deshalb war es auch recht aufregend, dort zu schnorcheln, denn an mancher Stelle musste man aufpassen, nicht in die offene See hinausgetrieben zu werden: sozusagen Strömungsschnorcheln. Man wurde an den Fischen einfach vorbeigetrieben ohne etwas tun zu müssen.

Wieder an Bord nehmen wir auch gleich Fahrt auf und machen uns auf den Weg nach Porto Ayora, dem Hauptort auf der Insel Santa Cruz. Die See ist bewegt, und unser Boot schaukelt enorm. Aber wir, Karina, Sonja, Marien und Pascal, sitzen auf dem Sonnendeck, denn es macht uns mittlerweile gar nichts mehr aus. Wir genießen die frische Seeluft und schauen den immer noch beeindruckenden Fregattvögeln nach, wie sie unser Boot begleiten. Ein Höhepunkt sind natürlich die Albatrosse die vereinzelt vorbeischauen und dann wieder verschwinden. Wir unterhalten uns, tauschen noch die Adressen und genießen so den Nachmittag auf See. Kurz vor Sonnenuntergang laufen wir im wolkenverhangenen Porto Ayora ein, machen fest und setzen mit dem Beiboot nach dem Essen an Land über, um uns in der Stadt umzusehen. Es ist unser letzter gemeinsamer Abend, da die meisten sich auf einer fünftägigen Tour befinden. So gehen wir gemeinsam durch die Stadt. Es gibt aber grundsätzlich nicht viel zu sehen. Souvenirläden, Tour-Agenturen, Internetshops, Bars und dazwischen auch noch zwei, drei andere Sachen. Eigentlich wollten wir länger bleiben. Aber wir sind bereits nach zwei Stunden wieder zurück an Bord. Dort habe ich mir noch ein paar Bier gegönnt und lege mich dann schlafen.