18. Tag (04. November 2008)

Blaufuss-Tölpel

Espaniola Albatross

Gardener Bucht

Heute Morgen weckte mich die Sonne, die durchs Bullauge schien. Ich bin gleich aufgestanden und habe auf Deck den neuen Tag genossen. Wir liegen in der Suarez-Bucht und besuchen dort die Insel Espaniola.

Gleich als wir an Land gehen, sehen wir wieder Seelöwen mit ihren Babys und können davon nicht genug bekommen. Wir folgen dem Pfad und stoßen zuerst auf Marineleguane. Diese Art ist ganz schwarz mit rotem Bauch, und es sind fabelhafte Schwimmer. Momentan liegen sie jedoch an Land und wärmen sich auf. Es trottet ein Seelöwen-Junges vorbei, so dass wir zuerst einmal Platz machen müssen. Als wir weiter gehen, sehen wir die weit verbreiteten Lavaechsen die sehr klein aber auch schnell sind. Direkt neben dem Weg tauchen die ersten Blaufußtölpel auf. Ein Pärchen brütet gerade, und so können wir das Junge gut erkennen. Ein wenig weiter sitzt ein Weibchen auf einem Ei. Es ist immer wieder faszinierend, dass man zum Greifen nah an diese Vögel herankommt. Wenig später erleben wir einen weiteren Höhepunkt. Ein junger Albatros sitzt auf dem Weg und wartet darauf, flügge zu werden. Etwas weiter sehen wir zwei Albatros-Pärchen. Es sind schon beeindruckende Vögel. Am Kliff glaube ich sogar einen Albatros fliegen gesehen zu haben. Ich war mir aber nicht sicher, ob es nicht doch ein Maskentölpel war. In der Luft war auch ein Bussard im Gleitflug zu sehen. Wir beobachten in der Luft Galapagos-Möwen, Blaufußtölpel, Maskentölpel, einen Bussard und im Wasser Seelöwen und Marineleguane. Ich wäre gern den ganzen Tag geblieben, aber nach einer Zeit machen wir uns auf den Rückweg. Es folgte ein kurzer Stopp an einem beeindruckenden Blowhole. Vorbei ging es an einem jungen Albatros und jeder Menge Maskentölpel, die in keiner Weise von uns Notiz nehmen, was eine einmalige und wunderbare Erfahrung ist. Wieder am Pier ließen wir noch den Blick auf die Seelöwen schweifen, bevor uns das Boot zurück aufs Schiff brachte. Wir nahmen wieder Fahrt auf und fuhren noch vor dem Mittag an eine andere Stelle von Espaniola. Die ganze Zeit während der Fahrt begleitete uns in nur wenigen Metern Abstand ein halbes Dutzend Fregattvögel. Wir sitzen an Deck und genießen die Sonne.

Nach dem Essen sind wir in der Gardener Bucht vor Anker gegangen. Ein herrlicher Anblick: türkisfarbenes Wasser und ein schneeweißer Strand, auf dem im Dutzend die Seelöwen dösen. Das Ganze eingerahmt von schwarzen Lavafelsen. Ein wunderbarer Ort, und ich habe das Bedürfnis, sofort an Land zu gehen, aber wir müssen noch eine Stunde warten.

Wir landen direkt neben einer Gruppe Seelöwen und sind am Strand. Die Tiere beachten uns wieder einmal in keiner Weise. Zuerst gehen wir Schnorcheln. Dabei sehen wir wieder jede Menge Fische und Seelöwen, die mit uns spielen. Es ist außerordentlich schön, diese Tiere zu beobachten, wie elegant und scheinbar mühelos sie sich im Wasser bewegen. Ein Stachelrochen ist ebenfalls zu beobachten, obwohl er sich verstecken will. Nach einer Weile schnorcheln wir an den Strand zurück. Die Sonne scheint und ich ziehe mein nasses T-Shirt aus, um gemeinsam mit den anderen am Strand entlang zu gehen. Es sind sicher über 100 Tiere, die auf dem schneeweißen Sand liegen. Ein paar befinden sich auch im Wasser. Wir bewegen uns zwischen den Seelöwen den Strand entlang. Zum Fotografieren stellen sich die Leute einfach daneben oder legen sich neben einer der Gruppen. Es war auch toll zuzuschauen, als die Kleinen in der Brandung spielten und hin und her geworfen wurden. Zwischendurch kamen einzelne Tiere zur Begrüßung auf einen zugelaufen und so musste man wieder einmal zurückweichen. So verbrachten wir noch den ganzen Nachmittag und gingen anschließend wieder an Bord der Aida Maria während ein wolkenloser und sehr, sehr sonniger Tag zu Ende ging. Nach dem Abendessen, welches wie an jedem Tag wieder einmal hervorragend war, lichteten wir den Anker. Ich bin mal gespannt, wie es mir heute bei der sieben Stunden dauernden Fahrt geht.