17. Tag (03. November 2008)

Land Leguan South Plaza

Santa Fee

Heute sind wir, wie die anderen Boote auch, vor dem Frühstück bereits in South Plaza angekommen. Nach dem Frühstück und dem Briefing gehen wir an Land. Es befindet sich dort eine Seelöwen-Kolonie und es ist die Zeit, in der die Jungen geboren werden. Als wir an Land kommen, liegen die Seelöwen mit ihren Jungen zwischen den Felsen und säugen diese. Der männliche Bulle ist im Wasser und veranstaltet ein großes Gebrüll. Wir gehen entlang eines kurzen Rundwegs, für den wir uns zwei Stunden Zeit nehmen und sehen dabei noch Landleguane. Im nächsten Monat beginnt bei den Landleguanen die Brunftzeit. Deshalb sind die Männchen gerade dabei, sich zu verfärben. Regungslos stehen die Tiere da. Da diese Tiere sich kaum bewegen, benötigen sie auch kein Wasser und kein Fressen für fast einen Monat. Irgendwie sehen sie trotzdem scheußlich aus wie Drachen aus der Urzeit. Später an der Steilküste sind Fregattvögel, Galapagos-Möwen und Maskentölpel zu sehen, erstaunlicherweise oben auf den Klippen auch Seelöwen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie nah man den Tieren kommen kann. Ein Fregattvogel überfliegt uns vielleicht mit gerade mal ein bis zwei Metern Abstand. Die Tiere sind Piraten und greifen auch Möwen an, um deren Fang zu rauben.

Der Weg führt wieder zurück zum Landungssteg, wobei große Seelöwen in aller Seelenruhe mit ihren Jungen den Weg kreuzen. Mitten auf dem Weg sind Blutspuren von einer Geburt zu sehen, die unmittelbar heute Morgen stattgefunden haben muss. Die Plazenta wurde bereits von Vögeln gefressen. Das Junge mit seiner Mutter sehen wir in nur wenigen Metern Entfernung.

Nach zwei Stunden sind wir wieder an Bord und fahren zur Insel Santa Fee weiter. Nach dem Mittag halten wir noch eine Siesta, bevor wir an Land gehen. Wir sehen gewaltige, mehrere 100 Jahre alte Kakteen die einen Stamm besitzen, dazu noch ein paar Landleguane. Am meisten Spaß macht es jedoch, den Seelöwen am Strand zuzuschauen, vor allem den Jungen, die sich im Sand wälzen, um sich von den Fliegen zu befreien. Andere wiederum laufen den Menschen hinterher, so dass wir zurückweichen müssen. Es war ein Schauspiel, dem ich noch viel mehr Zeit hätte widmen können. Aber wir mussten zurück an Bord, denn wir wollten anschließend noch Schnorcheln gehen. Es war heute wohl das Größte, was wir gemacht haben. Zuerst waren wir außerhalb der Bucht, in der die Adia Maria ankert. Hier gab es einen gewaltigen Fischschwarm zu bestaunen, und ein Seelöwe hat mich ebenfalls kurz passiert. In der Bucht selbst waren zuerst eine Schildkröte und anschließend sechs bis sieben Seelöwen im Wasser zu beobachten. Der große männliche Seelöwe war nur ein paar Meter tiefer an mir langsam vorbeigezogen, so dass ich einfach nur noch staunen konnte. Was für ein Erlebnis!

Nach dem Essen sind wir zu einer 40 Seemeilen langen Etappe nach Espaniola aufgebrochen. Für mich war es jedoch bereits nach knapp einer Viertelstunde vorbei. Ich war seekrank und habe mich gleich ins Bett begeben. Die Wellen schlugen heftig gegen den Bug und beim Auf und Ab fühlte man sich zwischendurch richtig schwerelos im Bett. Als eine halbe Stunde nach Mitternacht der Anker fiel, dachte ich: Wir sind angekommen und in Sicherheit!