12. Tag (29. Oktober 2008)

Heute bin ich bereits vor 8:00 Uhr am Bushof, um nach Tena weiterzufahren. Die Fahrt führt zuerst das Pastaza-Tal hinunter nach Puyo. Dabei gibt es noch einiges aus dem Fenster des Busses zu sehen, vor allem, wie gewaltig der Fluss anschwillt und sich schließlich vor Puyo in die Tiefebene ergießt. In Puyo stehen wir etwas länger und fahren dann weiter. Die Straße schlängelt sich so dahin, bis wir an eine Baustelle kommen, an der wir stoppen müssen. Hier wird gerade mit einem Bagger die Straße quer aufgerissen. Dabei weiß kein Mensch, wie lange es dauern wird, bis wir passieren können. Aber bereits nach einer Stunde ist das Loch wieder provisorisch zugeschüttet und der Bus kann gleich darüberrumpeln. Unser Busfahrer ist wahrscheinlich ziemlich angefressen, denn er prügelt danach regelrecht über die Straße, Kurven werden geschnitten, in jeder unmöglichen Situation überholt und die Bremsen bis an ihre Belastungsgrenze getrieben. Das jämmerliche Jaulen des Motors und das völlige Ignorieren von Schlaglöchern kennzeichnen nun die Fahrt unseres Fahrers.

Wir kommen in Tena an. Ich nehme ein Taxi zu dem von mir ausgesuchten Hostal. Als ich ankomme, stelle ich zum ersten Mal auf dieser Reise fest, dass ein Hostal ausgebucht ist. So nehme ich kurz entschlossen das Hostal auf der gegenüberliegenden Seite der Straße und bekomme noch das letzte freie Zimmer. Zuerst bringe ich meine Klamotten zum Waschen und versuche danach, die nächsten beiden Tage zu organisieren. Es kommen mir jedoch zwei große Regenschauer dazwischen, was meine Stimmung nicht gerade steigert.

Als es wieder trocken war, konnte ich noch eine Dschungel-Tour für morgen buchen und habe noch die Option, am Freitag eine Rafting-Tour zu machen. Nach einigen Verzögerungen und einem zweiten Besuch in der Wäscherei habe ich meine Klamotten auch wieder. So, und jetzt geh ich noch gepflegt ein Bierchen trinken.