18. Tag (6. Oktober 2007)

Heute Morgen regnet es, weshalb ich einfach länger liegen bleibe. Nach dem Frühstück will ich zunächst Geld wechseln, beziehungsweise meine Traveler Schecks einlösen. Dies wird jedoch ein schwieriges und zeitraubendes Unterfangen, denn dies geht nur bei der Bank of China, deren Filiale hier ums Eck geschlossen hat. So entscheide ich mich, in die Stadt zu gehen und dies auf dem Weg zu erledigen. Leider werde ich drei Mal irgendwohin geschickt, wo es entweder keine Filialen gibt, nur Automaten oder es sich nicht um eine Bank of China handelt. Gegen Nachmittag entscheide ich mich dann, mit meiner Kreditkarte mein Glück an einem Automaten zu versuchen, was glücklicherweise gleich auf Anhieb funktioniert. Somit bin ich zwar müde vom vielen Herumlaufen, jedoch wieder flüssig.

So mache ich mich schließlich zu meinem eigentlichen Ziel heute auf: den Hudongs von Peking in der Nähe des Houhai Sees. Dort treffe ich auf einen Rikscha-Fahrer, mit dem ich den Preis aushandle. So mache ich mich auf eine Tour durch die Hudongs von Dogmeichang. Es ist sehr entspannend, was mir ganz guttut. So lasse ich den alten Chinesen strampeln und genieße die Fahrt. Ich steige für den Besuch eines privaten, heute noch bewohnten Hauses aus, welches ich besichtige. Solch ein Haus besteht aus verschiedenen Einheiten. Die vier wichtigsten sind nach Feng-Shui Regeln nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, wobei der Hausbesitzer im nördlichen Raum wohnen, die Söhne im westlichen und die Töchter im östlichen Raum. Im südlichen Raum befinden sich die Unterkunft der Angestellten und die Räumlichkeiten für Empfänge und Bewirtung von Gästen. Die Kirche und die restlichen Gemeinschaftsräume sind dazwischen etwas nach hinten versetzt angeordnet. Der Eingang, der zum Innenhof führt, ist immer versetzt, damit böse Geister keinen Zutritt haben, da diese nicht um die Ecken gehen können. Nun ja, man muss es glauben!

Insgesamt besuchen wir vier dieser Häuser, wobei zwei davon heute als Museum geführt werden. Diese sind von der Innenausstattung her gesehen sehr aufwändig gestaltet und beeindrucken doch sehr. Auf den Wegen dazwischen genieße ich das Chaos aus Rikschas, Menschen und Autos, die sich durch die engen Gassen zwängen. Es ist das ursprüngliche Peking, welches wohl dank der Touristen nur knapp der Vernichtung entgangen ist. Nach gut zwei Stunden ist die Fahrt zu Ende, und ich begebe mich gleich in eine Bar mit einer Dachterrasse und gönne mir ein kühles Bier, um das rege Treiben von oben beobachten zu können. Als es dunkel wird, gehe ich noch etwas essen und mache mich anschließend auf den Weg zum Platz des Himmlischen Friedens, um noch einige Nachtaufnahmen zu machen bevor ich meine heutige Tour durch die Stadt beende.