16. Tag (4. Oktober 2007)

Tunnel vor Peking

Peking Bahnhof

Peking

In den Hudongs

Gegen 7:00 Uhr werde ich bereits abgeholt und zum Bahnhof gefahren. Der Abschied ist sehr kurz, so dass die Leute noch ein wenig weiterschlafen können. Als ich auf den Bahnsteig trete, geht gerade die Sonne auf. Es stehen bereits Dutzende von Menschen auf dem Bahnsteig und warten auf den Zug nach China. Es sind hauptsächlich Touristen. Nach dem Einsteigen gibt es noch etwas Konfusion, weil ein Pärchen Fahrkarten für zwei verschiedene Abteile hat, jedoch unbedingt zusammen in einem Abteil fahren will. So ziehen sechs verschiedene Leute um, wobei ich nach dem ganzen Durcheinander in einem Abteil mit drei Mädels aus Schweden lande.

Der Zug rollt an, und es geht jetzt auf die letzte Etappe nach China. Die Strecke außerhalb von Ulan Bator windet sich in Kurven und Schleifen, um an Höhe zu gewinnen. Es ist wieder einmal eine gemächliche Fahrt. So vergeht der Tag. Gegen Mittag wollen wir zusammen in den Speisewagen und stellen fest, dass dieser absolut voll besetzt und leider kein Tisch mehr zu bekommen ist. Guter Service im mongolischen Speisewagen zahlt sich eben aus. So werden wir uns wohl wieder wie üblich am Bahnsteig mit Vorräten versorgen müssen. Die Fahrt durch die Gobi ist abwechslungsreich und der Sonnenuntergang sehenswert. Mit den drei Mädels verstehe ich mich gut und es ist angenehm, mit ihnen zu reisen.

An der Grenze zu China auf mongolischer Seite läuft es recht gut, so dass nach einer Stunde der Zug wieder rollt. Auf der chinesischen Seite wird es spannend. Der Zug fährt dort erst im Bahnhof ein, der Zoll steigt zu und sammelt die Pässe für die Einreise ein. Ebenfalls wird der ganze andere Papierkram eingesammelt, den wohl sowieso niemand anschauen wird. Anschließend werden die Wagen des Zuges zu einer Halle rangiert und die erste Hälfte hineingeschoben. Die einzelnen Waggons werden entkoppelt und für den Spurwechsel vorbereitet. Dies ist mit einigen sehr heftigen Stößen verbunden, so dass die Leute auf den Bänken durchgeschüttelt werden. Als die zweite Hälfte des Zuges auf dem Nebengleis in die Halle rollt, werden unsere Waggons bereits von hydraulischen Hebern aus den Drehgestellen gehoben. Über einen Seilzug werden die russischen Drehgestelle unten weggezogen und gleichzeitig die chinesischen in Position gebracht. Dies geschieht natürlich unter einem Blitzlichtgewitter der Touristen wie bei einem Popkonzert. Als bei allen Waggons dies geschehen war, werden wir wieder abgelassen und die Waggons anschließend wieder gekoppelt. Danach wird der Zug wieder Richtung Bahnhof rangiert und steht dort kurz. Der Zoll steigt wieder ein und gibt die Pässe zurück. Gleich danach werden wir wieder einmal rangiert. Hin und her, vor und zurück. Klar! Der chinesische Speisewagen wird mitten im Zug eingegliedert. Als auch dies geschehen war, geht es wieder zum Bahnhof zurück. Bis jetzt sind mehr als drei Stunden vergangen, ohne dass jemand den Zug verlassen durfte und während derer die Toiletten geschlossen waren. Ein Engländer tänzelte bereits vor dieser Prozedur und durfte ausnahmsweise vor dem Spurwechsel im Bahnhof noch auf die Wagentoilette, nachdem er gedroht hatte, aus dem Fenster zu pinkeln. Nun stehen wir wieder im Bahnhof. Die Türen gehen auf, wir dürfen den Zug verlassen und haben etwas mehr als eine Stunde Aufenthalt. Wir steigen aus und rauchen erst mal eine Zigarette und genießen die frische Luft, als wir Richtung Bahnhofsgebäude gehen. Schließlich ist es kurz vor 1:00 Uhr als unser Zug nun endgültig nach Peking abfährt. Wir machen uns für die Nacht fertig und gehen schlafen.