15. Tag (3. Oktober 2007)

Auf der Strecke

Ein Abend in der Gobi

Spurwechsel

Nach einer frostigen Nacht, aus der ich wieder durch ein hübsches Gesicht beim Feuermachen erlöst wurde, war es an der Zeit, alles zusammen zu packen. Jedoch zuerst zum Frühstück mit warmer Suppe und Tee. Als die Sonne höher steigt, wird es auch gleich warm, und so genieße ich noch ein wenig die Aussicht, während ich auf die Fahrt zurück nach Ulan Bator warte. Bis zur Abfahrt zeigt uns der Typ noch, wie schnell ein Ger abgebaut werden kann. Und tatsächlich, nach weniger als 20 Minuten ist alles zusammengepackt. Echt erstaunlich!

Unsere Fahrt anschließend in die Hauptstadt funktioniert problemlos, wenn man vom Verkehrschaos absieht, welches in der Stadt herrscht. Irgendwie wird einfach fast ohne Regeln drauflosgefahren. Ein Abenteuer! Wir kommen bei meiner Gastfamilie an. Es ist von außen ein alter Plattenbau. Innen ist die Wohnung jedoch ansprechend und fast schon gemütlich, abgesehen von der Dusche, aus der mehr kaltes als lauwarmes Wasser strömt. Egal! Ich bin erfrischt und mache mich anschließend auf den Weg in die Stadt. Glücklicherweise ist es nicht weit zu Fuß. Am Postamt werfe ich meine Postkarten ein, wechsle noch Geld und mache mich auf zum Suche-Bator-Platz, auf dem ich mich in die Sonne setze. Die Stadt hat touristisch nicht sehr viel, was man sich anschauen könnte. Auf der Suche nach einem Supermarkt gehe ich ein wenig durch die Straßen, damit ich für die morgige Bahnfahrt einkaufen kann. Gleichzeitig bin ich auf der Suche nach einem Restaurant für heute Abend und bekomme als Tipp einen Hinweis auf ein mongolisches BBQ. Beim „all you can eat“ fülle ich mir wieder den Magen und trinke anschließend noch ein Bier in einer Kneipe. Nach kurzer Zeit schnappe ich mir ein Taxi und fahre zu meiner Gastfamilie zurück. Hier stelle ich erst jetzt fest, wie die Leute leben. Es ist nur eine 2-Zimmer-Wohnung, in der eine Mutter mit ihren drei Kindern wohnt. Sie selbst schlafen alle zusammen auf dem Sofa im Wohnzimmer.