14. Tag (2. Oktober 2007)

Bahnhof Ulan Bator

Durch die Gobi

Da es recht kalt ist, wache ich heute Morgen gegen 5:00 Uhr auf und kann meinen Atem leicht im Schein der Taschenlampe erkennen. Nachdem ich wieder eingewickelt bin, geht die Türe auf und mein Ofen wird wieder angeheizt. Als ich rüberschaue, sehe ich im Schein der Flammen das hübsche Gesicht einer mongolischen Frau. Als das Feuer brennt und sie mein Ger wieder verlassen hat, wird es gleich merklich warm und ich drehe mich um und schlafe wieder ein.

Nach dem Frühstück mache ich mich zu einem kleinen Spaziergang auf und steige auf der gegenüberliegenden Seite auf einen Felsen, setze mich dort in die Sonne und die genieße die Wärme bei absoluter Windstille. Tagsüber erreichen die Temperaturen noch gut 20 °C. Es ist schön hier. Kein einziger Laut ist zu hören, wenn man von dem einen oder anderen Insekt absieht. Gerade als ich wieder ins Camp abgestiegen war, kommt Hulan, meine Reiseführerin vorbei. So sehen wir uns noch mal wieder und reden miteinander. Zum Mittagessen gibt es heute Glasnudeln, die ich gar nicht mag. Die Leute sind jedoch so nett, dass sie mir sogar etwas anderes machen, als ich fast das ganze Essen stehen ließ. Echt eine Wucht!

Heute Nachmittag mache ich mich auf dem Weg zum großen Berg direkt hinter unserem Camp. Es geht steil bergan und ich muss ein paar Mal Pause machen, weil ich außer Atem bin. Aber schlussendlich erreiche ich den Gipfel und werde mit einer hervorragenden Aussicht belohnt. So setze ich mich und schaue mich um. Einige der Bergdolen umkreisen mich neugierig. Dabei fällt mir auf, dass man die Luftwirbel an den Flügeln der dahingleitenden Vögel hören kann. So ruhig und windstill ist es hier oben. Ich kann es kaum fassen. Auch das Tal der Schildkröte ist zu sehen. Man kann wirklich nachvollziehen, warum diese Gegend hier auch als Schweiz der Mongolei bezeichnet wird.