13. Tag (1. Oktober 2007)

Reiterstatue

Ger Lager

Mongolische Schweiz

Heute Morgen werden wir mit den harschen Worten: „Start, Start, Start!“ geweckt und wissen gleich, dass wir nur noch wenig Zeit haben, um aufzustehen und unsere Sachen zu packen, bevor der Zug in Ulan Bator einläuft.

Als ich dann nach dem Aussteigen auf dem Bahnsteig stehe, ist es höllisch kalt, aber meine Reiseführerin ist schon da. Wir haben noch sehr viel Zeit bis wir um 9:00 Uhr die Lamas im Gandan-Kloster zum Morgengebet in ihren orangefarbenen und roten Gewändern antreffen können. So machen wir zuerst einen Abstecher zur Bank, um Geld zu wechseln, anschließend zur Post, um Briefmarken und Postkarten einzukaufen und schauen uns dann noch auf dem Suche-Bator-Platz vor dem Parlamentsgebäude um. Als es Zeit wird, fahren wir zum Kloster und erleben dort, wie die Mönche ihren Tag mit tranceartigen Gebeten beginnen. Dabei sieht man bereits Kinder unter acht Jahren im traditionellen Gewand. Wir besuchen die verschiedenen Tempel, wobei es zwei unterschiedliche Arten von Mönchen gibt. Orange gekleidete, die nach dem Zölibat leben und rot gekleidete, welches dies nicht tun müssen. Sehr beeindruckend ist zudem die riesige Buddha Statue im Janraisig-Tempel die komplett mit Gold und Edelsteinen verziert ist und nach der Wende wiederaufgebaut wurde. Ja, auch in der Mongolei sprechen die Menschen von Wende, als im Jahr 1990 der Kommunismus zusammengebrochen ist.

Von hier aus fahren wir direkt in den Treldsch-Nationalpark östlich der Stadt zu einem Zeltlager, in dem ich zwei Tage bleiben werde. Das Ger-Lager befindet sich im Fuße einer großen Felsformation mit einem herrlichen Blick ins Tal. Zuvor machen wir jedoch noch einen Abstecher zum Schildkrötenfelsen, der einer Schildkröte tatsächlich sehr ähnlich sieht.

Nachdem ich meine Sachen abgelegt und ein leckeres Mittagessen hinter mich gebracht habe, schließe ich mich noch spontan einem Ausflug von zwei Schweden an. Zusammen fahren wir zu einer gigantischen Reiterstatue, deren Sockel sich noch im Bau befindet. Auf dem Rückweg machen wir Halt an einem Supermarkt und kaufen ein. Wieder zurück im Buuveit Camp genieße ich bei einem Bier die Aussicht und die Unterhaltung mit den zwei Schweden und einem Schweizer. Alle drei sind für mehrere Monate unterwegs und wissen noch nicht genau, wann es wieder zurück nach Europa gehen soll.

Als die Sonne untergegangen ist, wird es frisch und ich gehe zum Abendessen. Gleich anschließend wird mir der kleine Ofen in der Mitte meiner Behausung angeheizt. Es wird schlagartig warm, jedoch der Blick zur Decke mit der großen Öffnung lässt schon ahnen, dass dies nur von sehr kurzer Dauer sein wird. Nachdem ich dann noch meine nun völlig kaputte Jeans im Ofen entsorgt hatte, wickle ich mich in meine vier Decken im Bett ein.