11. Tag (29. September 2007)

Sonnenaufgang über ...

... dem Baikal

Am Ufer des Baikals

Leider muss ich heute die Insel Olchon schon wieder verlassen, wobei gestern noch vier Leute aus meiner Heimatstadt angekommen sind. Es ist immer wieder erstaunlich, wie klein die Welt doch ist. Jedenfalls haben wir uns recht gut unterhalten und von irgendwoher ist zu meinen Bieren dann auch noch eine Flasche Wodka aufgetaucht, aus der im Raum kräftig eingeschenkt wurde. Jedenfalls war es ein lustiger Abend, weswegen ich heute mit einem kleinen Handicap in den Minibus steige. Ich bin überrascht, dass der Bus voll ist und das Gepäck aufs Dach geladen wird. So fahren wir los und erreichen nach fast einer Stunde die Fähre, welche wieder repariert und in Betrieb ist. Wir müssen noch warten und genießen noch einmal die Landschaft in strahlendem Sonnenschein.

Als wir auf die Fähre fahren, dirigieren die Leute noch eine riesige Baumaschine aufs Deck, welche nur um Haaresbreite drauf passt. Die Überfahrt ist schnell gemacht und auch das Entladen, so dass wir uns gleich auf den Weg machen können. Am Fenster fliegen die gelbgolden leuchtenden Wälder und Steppen nur so vorbei. Gegen Mittag kehren wir ein, um etwas zu essen und erreichen viel früher als erwartet Irkutsk.

Nach einer kleinen Wartezeit in der Busstation werde ich abgeholt und zu meiner letzten Unterkunft gefahren. Ich bin also wieder zurück von meinem Olchon-Trip. Nach einer herrlichen Dusche mache ich mich auf dem Weg in die Stadt, die heute am Samstag voll von Leuten ist, die einkaufen und flanieren. Vor allem sind sehr viele junge Leute zu sehen. Die Fußgängerzonen und das Kaufhaus zeugen wirklich vom Leben. Da die ganzen Geschäfte eigentlich überall gleich aussehen, verziehe ich mich in ein Café und gönne mir ein Steak. Frisch gestärkt kaufe ich noch etwas zu Trinken, um anschließend zur ewigen Flamme zu gehen. Dort stelle ich fest, dass hier heute überall geheiratet wird. Ich treffe auf vier Hochzeitpaare, die sich hier einfinden und sich in der Abendsonne fotografieren lassen. An der Angara bleibe ich noch eine ganze Weile und beobachte das „Sehen und Gesehen“ werden. Es ist ein lauer Herbsttag in Sibirien.