7. Tag (28. Februar 2006)

Um 7:00 Uhr ging es wieder raus aus den Feldern. Heute findet der Karneval seinen Höhepunkt. Wir fahren gegen 8:00 Uhr in der Stadt. Als wir am Parkplatz sind, auf dem wir gestern bereits unser Auto abgestellt hatten, ist dieser schon fast voll, und die Leute strömen nur so in die Stadt. Wir gehen an die gleiche Stelle, an der wir gestern schon gestanden hatten. Die Kostüme der Leute sind heute eine wahre Pracht und extrem aufwändig mit Federn und Glitzer verziert.

Die Sonne steht am Morgen perfekt zum Fotografieren im Rücken, und die Leute sind bereits sehr ausgelassen. Wir gönnen uns das erste Carib, als die wummernden Trucks wieder an uns vorbeiziehen. Die Leute tanzen und springen, sind fröhlich und haben meist ein Lächeln im Gesicht. Wir können kaum genug davon bekommen und haben bereits das Gefühl etwas zu verpassen, als für gut eine halbe Stunde keine Band an uns vorbeizieht. Aber das ist nicht so, wir genießen die kurze Pause, um anschließend zusammen mit den dann ohne Unterbrechung an uns vorbeiziehenden Gruppen zu feiern und uns von der Musik mitreißen zu lassen. So geht es den ganzen Tag, zwischendurch können wir noch einige der riesigen Königs-Kostüme bewundern, die heute durch die Straßen gezogen werden.

Es ist unglaublich, wie ein einzelner Mensch mit einem Kostüm von fast 6 Metern Durchmesser tanzend durch die Straßen zieht. Diese Karnevalisten sind natürlich die Attraktionen für alle Zuschauer, so dass man kaum oder selten gut zum Fotografieren kommt. Jedoch wenn die einzelnen Bands dicht gedrängt vorbeiziehen, kommt die Farbenpracht der Kostüme voll zum Tragen und die einzelnen Gesichter sind umgeben von den Farben der Kostüme, die in der Sonne voll zur Entfaltung kommen. Irgendwann gegen Abend, nachdem die meisten Bands an uns vorbeigezogen waren, haben wir uns hinter eine Steel-Band gehängt und sind durch die Stadt gezogen, ohne dabei den Carib-Nachschub versiegen zu lassen.

So wurde es dunkel und die wummernden Trucks waren immer noch unterwegs – wenn auch nicht mehr ganz so zahlreich wie den Tag über. Die meisten Kostümträger haben sich irgendwohin verkrümelt oder sind nach Hause gegangen. So sind es zumeist noch die normalen, nicht kostümierten Leute, die jetzt noch hinter den Trucks herlaufen und sich von der Musik mitreißen lassen. Wir suchen uns noch etwas zu essen und genießen die Wärme der Nacht. Da es für uns so scheint, als wäre die Party vorüber, beendeten auch wir unsere Karnevals-Aktivitäten. Als wir wieder im Apartment zurück sind, sind wir immer noch berauscht von den Eindrücken des Tages, haben die Bilder vor Augen und den Soca im Ohr. Es war unglaublich und ich denke, so schnell werde ich diese vier Tage nicht vergessen. Karneval auf Trinidad!