6. Tag (27. Februar 2006)

Carnevals Highlight

Carnevals Highlight

Carnevals Highlight

Es ist Jour Ouvert, wir sind mit Wendy und Paul verabredet und werden durch einen Telefonanruf um 4:00 Uhr geweckt, da wir verschlafen haben. Wir sind in 10 Minuten fertig, springen ins Auto und fahren zusammen in die Stadt. Heute geht der Karneval um 4:30 Uhr los, sozusagen die eigentliche Eröffnung des Karnevals. Der Großteil der Straßen der Stadt ist abgesperrt für die Umzüge, das aber stört Wendy wenig und sie fährt munter drauflos und wir immer hinterher. Es sind schon jede Menge Menschen in den Straßen unterwegs, so dass wir uns schwer tun, mit dem Auto einen Weg zu bahnen. Jedoch sind wir nun auf dem richtigen Weg und finden schließlich einen Parkplatz am Straßenrand, wo wir das Auto abstellen können. Wir sind somit gleich mittendrin und die ersten Trucks mit den riesigen Boxen auf den Ladeflächen fahren an uns mit dröhnender Musik vorbei. Die ersten Leute sind schon wieder am tanzen und der Soca heizt wieder ein. Wir gehen zu einem so genannten Competition Point, an dem die einzelnen Karnevalsgruppen, die hier Bands genannt werden, in ihren Auftritten bewertet werden. Die Bands sind natürlich bereits wieder alle unterwegs und geben richtig „Gas“.

An diesem Abschnitt der Parade sollen auch nicht so viele Leute mit Matsch unterwegs sein, um andere damit zu beschmieren. Jour Ouvert soll die dunkle Seite des Karnevals symbolisieren, bevor die großen, farbenfrohen Paraden beginnen. Deshalb ist es Tradition, dass sich die Leute dabei mit Matsch und Schlamm beschmieren. Wir haben Glück und werden verschont, von Leuten in den Arm genommen zu werden, die von Kopf bis Fuß über und über mit Schlamm bedeckt sind.

Gegen 9:30 Uhr waren wir dann wieder im Apartment zurück, Wendy und Paul haben sich bereits früher verabschiedet, und wir nehmen erst einmal eine Dusche, um uns wieder fit zu machen. Vor dem Mittag sind wir wieder zurück in der Stadt und parken das Auto im King-Georg-Park, mit dem Vorteil, dass wir nicht durch die Menschenmassen fahren müssen. Von hier aus machen wir uns auf den Weg zu einem anderen Competition Point, um uns dort die Parade anschauen zu können. Schon auf dem Weg dorthin laufen uns überall hübsche Mädels über den Weg, und überall wird gewippt und getanzt. Die Trucks mit den Lautsprechertürmen sind immer noch unterwegs und heizen der Menge weiter ein. Die Mitglieder der einzelnen Bands treffen sich an verschiedenen Punkten und einige davon tragen bereits ihr komplettes Kostüm, die meisten jedoch nur das Oberteil und dazu eine kurze Hose oder ein T-Shirt darüber.

Als wir mitten in der Menge stehen treffen wir durch puren Zufall noch Marilyn, Lorenz und deren Freunde, die mit ihr Band auf der Straße unterwegs sind. Sie sind ebenfalls im Kostüm unterwegs und müssen nun zusammen mit ihrer Band am Wettbewerbspunkt antreten, so dass wir gerade noch Zeit für ein Foto haben, bevor sie weiter müssen. Anschließend stellen wir uns ans Ende dieses Wettbewerbspunktes, wo wir einen fantastischen Blick auf die einzelnen Karnevalisten haben. Die Gruppen ziehen nun an uns vorüber, bis zum Mittag kommen einige Bands mit großen Trucks vorbei, von denen der Soca dröhnt, während wir anschließend Bands sehen, deren Mitglieder älter sind und von Steel Musik begleitet werden. So haben auch unsere Ohren mal wieder eine Verschnaufpause.

Wir genießen die Fröhlichkeit der Menschen, die Farbenpracht der Kostüme und die tolle Atmosphäre bei strahlendem Sonnenschein. Ich bin schon am Fotografieren wie wild, bis in Mann, der schon länger neben mir steht, mich auffordert, Bilder zu sparen, da bei der Parade morgen die Leute voll kostümiert in einer noch größeren Farbenpracht unterwegs sein werden. Dabei finde ich es heute bereits wahnsinnig, wie aufwändig die Leute kostümiert sind. So viele gutaussehende Mädels und generell Menschen, die Party machen, sind unterwegs. Zwischendurch gönnen wir uns ein paar Caribs, um den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten. So ziehen die Bands, die bis zu 10.000 Mitglieder haben können, an uns vorüber bis die Sonne sich hinter einem Tribünendach versteckt und wir somit einen luxuriösen Schattenplatz haben.

Erst als es bereits dunkel ist, versiegt der Strom der Karnevalisten. Wir entschließen uns, in die Crobar zu gehen um dort etwas zu essen und noch ein Bier zu trinken. Nun spüre ich doch bereits Müdigkeit, da seit heute Morgen um 4:00 Uhr der Tag recht lang war. Nichtsdestotrotz sind wir wieder auf die Straße und haben uns einen Truck angeschlossen, dem wir durch die Straßen gefolgt sind. Wir waren natürlich nicht die einzigen, und so waren wir eine ganze Gruppe von mehreren Dutzend Leuten, die tanzend durch die Straßen gezogen sind. An einer Straßenecke hat uns mal wieder ein Carib aufgehalten, und so haben wir unseren Truck verloren.

Nachdem unser Bier leer war, ließen wir uns durch die nächtlichen Straßen von Port of Spain treiben, in denen immer noch Leute unterwegs waren. Als die Beine schwer wurden, das Kreuz wehgetan hat und die Muskeln zu spüren waren, haben wir uns in Richtung Auto bewegt, um den Abend zu beenden. Als wir uns durch den nächtlichen Verkehr gekämpft hatten, waren wir anschließend zu Hause und fielen müde ins Bett.