4. Tag (24. Februar 2006)

Panorama

A Trini Carneval Party

The Streets of POS

Carneval Monday

Heute geht’s zum Karneval! Wir wollen zum Junior-Karneval-Parade. Wir treffen uns dazu mit Wendy und Paul und fahren zusammen zu den Queens Park Savannah, um das Auto abzustellen und zur Parade zu gehen. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel und die Parade ist schon im Gange. Eine Gruppe nach der anderen steht bereits in der Aufstellung. Dabei werden sie von Lastwagen begleitet, die mit Boxen vollgestopft sind und einen höllischen Sound in die Umgebung abgeben. Die Kostüme der Kinder und Jugendlichen beeindrucken schon sehr. Eine Gruppe nach der anderen zieht an uns vorüber, selbst Zweijährige sind schon dabei, und viele tanzen bereits so, wie wir es wohl nie hinbekommen werden.

Wir bewegen uns in Richtung Tribüne, auf der die Gruppen ihre Tanzaufführung darbieten. Bereits heute mache ich zahlreiche Bilder und schaue fasziniert den Kleinen auf der Bühne zu. Zum Teil begleitet von den Eltern ziehen sie an uns vorüber. Die Kostüme sind sehr farbenprächtig und mit unheimlich viel Fantasie geschneidert. Der Aufwand ist enorm, der bereits für die Kostüme der Kinder getrieben wird. Nach einer Weile verlassen wir unseren Platz und schlendern wieder durch die Gegend, essen etwas und staunen, wie viele Gruppen noch kommen. Es dauert den ganzen Tag und erst am späten Nachmittag zieht die letzte Gruppe an uns vorbei. Zum Schluss sehen wir noch einige der aufwändigsten und größten Kostüme. Es ist kaum zu glauben. Der Kinderkarneval ist vorüber, aber die Leute bleiben und feiern weiter, da heute Abend die Steel Bands ihren großen Auftritt haben, den auch wir nicht verpassen wollen.

Zuvor aber verziehen wir uns in ein Restaurant um etwas in den Magen zu bekommen. Als Panorama anfängt, sind noch kaum Leute zurückgekehrt auf die Savannah. Panorama ist der Höhepunkt für die Steel Bands, für die dies der wichtigste Wettbewerb im Jahr ist. Die Gruppen haben bis zu 100 Mitglieder, die mit ihren Pans, die sie auf Wagen montiert haben, an uns vorbeirollen. Im Bereich vor der Bühne spielen sich die einzelnen Gruppen warm, und wir hören uns die ersten Töne an und begeben uns in Richtung Tribüne, auf der die Steel Bands bewertet werden.

Leider kommen wir nicht sehr nah heran, so dass wir uns entschließen, wieder dorthin zurück zu gehen, wo die Bands sich warm spielen. Hier ist es erheblich besser, da man direkt neben den Gruppen stehen kann und auch den Sound richtig zu spüren bekommt. So bewegen wir uns von Band zu Band, die immer mal wieder anfangen und aufhören zu spielen. So merken wir kaum, dass es immer voller wird und man sich fast schon von einer Band zur anderen durchdrücken muss. Die Rum-Coke schmeckt und das Carib sowieso.

Gegen 10:00 Uhr treffen wir noch Paul und Wendy, nachdem wir uns durch die Leute gekämpft hatten. Das Beste am ganzen Abend aber war, dass wir uns direkt zwischen die Bands stellen konnten und somit hautnah, mittendrin den Sound in uns aufsaugen konnten. So standen wir zwischen den Bands, tranken unser Carib und ließen uns von der Musik mitreißen und genossen den Abend.

Es ist schon unglaublich, wenn man zusehen kann, wie schnell die Sticks in den Pans bewegt werden und mit welcher Treffsicherheit die Töne angespielt werden. Das Ganze natürlich ohne Noten oder Dirigent. Der Abend war super, und wir wären noch gern länger geblieben, aber der Tag war lang heute und so waren wir gegen 1:30 Uhr zu Hause.