10. Tag (04. März 2006)

Carnevals Highlight

Maracas Beach

Chacachaca

North Coast

On the Way to Paria

Am Morgen treffen wir uns mit Marilyn und Lorenz zum gemeinsamen Frühstück. Wir waren im Frankies und haben typisches indisches Frühstück zu uns genommen. Anschließend sind wir mit dem Auto wieder nach Norden gefahren, da wir uns heute vorgenommen hatten, zur Paria Bay zu wandern. So fahren wir nach Blanchisseuse, stellen dort das Auto vor einer Hängebrücke ab und marschieren los. Die Straße wird schnell zu einem 4WD-Track und schlängelt sich immer der Küste entlang, wobei es laufend hoch und runter geht. Wir kommen noch an einigen schönen Villen vorbei, bevor es dann schließlich in den dichten Regenwald hineingeht und der Track nur noch einem schmalen Wanderweg entspricht. Als wir an einer Hütte vorbeikommen, haben wir Zugang zum Meer und machen dort unsere erste Pause. Der Schweiß läuft in Strömen, die Sonne steht hoch am Himmel und es ist ziemlich heiß. Wir sind nun eine Stunde unterwegs, wobei im Reiseführer eine Zeit von drei Stunden für die einfache Strecke angegeben war. Nach einem kurzen Verschnaufen geht es weiter. Der Weg selbst ist eine Wucht, nicht nur, dass wir ein geschlossenes Blätterdach über uns und auch stetig das Meeresrauschen im Ohr haben, sondern wir überqueren immer wieder kleinere Bachläufe, in denen wir unser Gesicht, die Haare und den Nacken mit frischem Wasser abkühlen können.

Als der Weg bereits das achte oder zehnte Mal wieder steil ansteigt, öffnet sich urplötzlich der dichte Regenwald und gibt den Blick auf die fantastische Bucht von Paria frei. Ich hatte schon daran gezweifelt, ob wir es schaffen, da der Tag bereits relativ weit fortgeschritten war. Aber das ist nun alles vergessen. Wir sind da!

Zu unserer Überraschung entdecken wir zuerst noch die Spur einer Meeresschildkröte, die wohl letzte Nacht ihre Eier dort abgelegt hat, und stehen dann an einem Traumstrand, der uns heute ganz alleine gehört, da sonst keine Menschenseele zu entdecken ist. Es ist eine sanft geschwungene Bucht mit sehr dichtem Regenwald, der bei jetzigen Sonnenstand einen perfekten Schatten wirft. Die Wellen rauschen rein, und wir stürzen uns zur Abkühlung zuerst einmal in die Fluten. Wir genießen es in vollen Zügen, schreiben noch einige Grüße an die Daheimgebliebenen in den Sand und machen verrückte Fotos. Plötzlich erschrecken wir, als wir einen heftigen dumpfen Schlag hören und feststellen, dass wenige Meter von uns entfernt eine Kokosnuss auf dem Sand aufgeschlagen war. Dies war ohne Vorwarnung geschehen, so dass man nun wirklich glauben kann, dass Menschen von Kokosnüssen erschlagen werden können. Aber wir hatten Glück, so dass wir uns nach mehr als zwei Stunden schweren Herzens wieder auf dem Rückweg gemacht haben, um noch vor Anbruch der Dunkelheit am Auto zurück zu sein.

Die Wasserflasche war leer, der Schweiß lief in Strömen und ziemlich ausgepumpt erreichten wir wieder das Auto. Wir fahren nach Blanchisseuse hinein und kaufen erst einmal ein Bier. Das erste Bier stillt den größten Durst und mit dem zweiten in der Hand fahren wir gemütlich die Straße entlang nach Las Cuevas zurück. Dort halten wir an und setzen uns mit einem Bier noch an den Strand und genießen den Sonnenuntergang. Ein paar Leute spielen am Strand Fußball, und so klingt der Tag im Norden Trinidads aus. Als es bereits dunkel ist, machen wir uns schlussendlich auf den Rückweg nach Port of Spain. Nachdem wir uns im Apartment kurz frisch gemacht hatten, gehen wir zum Essen, um danach bei den Marilyn und Lorenz auf der Terrasse den Abend endgültig ausklingen zu lassen, wo wir noch den fantastischen Blick über das abendliche Port of Spain genießen. Es ist unser letzter gemeinsamer Abend, da Wolfgang bereits morgen wieder nach Hause fliegen muss.