19. Tag (23. März 2005)

Der Asphalt See

Heute geht es auf große Fahrt. Wir fahren den Highway in Richtung San Fernando und wollen den berühmten Pitch Lake, den Asphalt See, auf Trinidad besuchen. Wendy ist nicht wirklich begeistert, weil sie den See nicht gerade attraktiv findet, sondern ihn als alten Parkplatz bezeichnet. Der Verkehr ist heftig, wie eigentlich immer in Port of Spain, aber wir kommen trotzdem gut voran und erreichen nach 1½ Stunden Fahrt den Pitch Lake. Hier sieht es irgendwie ganz anders aus, als ich es mir vorgestellt habe. Es ist einfach eine platte Fläche mit schwarzem Asphalt, der durch die Sonne heiß geworden ist und aufgeweicht wurde. Zwischen dem Asphalt am Rand des Sees sprießt Grass vor, die Natur bricht sich überall ihren Weg. Wendy hatte Recht, es sieht aus wie ein alter, verbitterter Parkplatz. Wir nehmen uns trotzdem einen Führer und bewandern den See. Man kann es kaum glauben, dass Asphalt hier auf natürliche Art und Weise einfach so aus der Erde gedrückt wird.

Zum Mittagessen sind wir in ein nettes Restaurant eingekehrt, um anschließend weiter südlich den Nachmittag noch am Devil Woodgrave zu verbringen. Dies sind kleine Schlammvulkane, die zwar nett anzuschauen waren, aber im Grunde wenig aufregend sind. Viel interessanter fand ich den Weg dorthin. Die Straßen sind zum Teil recht schmal, kurvig, und hier auf dem Land sieht es ganz anders aus als in Port of Spain. Auf der Rückfahrt haben wir noch einen aufgeregten Taxifahrer getroffen, der sich vor einer Baustelle auf der falschen Fahrbahn wie wild unbedingt seitlich vorbei drücken wollte. Dabei kam es natürlich zum Chaos, da nun auch der Gegenverkehr nicht mehr fahren konnte. Nach viel Hupen und Gestikulieren hat sich die Situation dann irgendwie gelöst, und der Taxifahrer ist mit hoher Geschwindigkeit davongerast.

Am Abend sind wir dann zusammen in eine Kneipe gegangen. Während wir uns ein Carib, das lokale Bier, gegönnt haben, waren auch noch vier Promotion-Girls da, mit denen zusammen ich mich schließlich noch fotografieren ließ. Nach einem aufregenden und interessanten Tag waren wir so gegen Mitternacht wieder zuhause.