1. Tag (05. März 2005)

Für drei Wochen in die Karibik. Ich kann es noch gar nicht glauben. Zuvor steht jedoch erst Amsterdam, Schnee und Kälte. Beim Einchecken habe ich gerade erfahren, dass mein Flug ab Amsterdam sich um fünfeinhalb Stunden verspätet. Dabei hätte ich ohnehin regulär fast fünf Stunden Aufenthalt dort. Netterweise wurde ich noch darauf hingewiesen, dass es zu weiteren Verzögerungen durch das Wetter heute kommen kann. Ich bin begeistert!

Hier in Schipol ist ganz schön was los. Unser Flug ist vor der Landung noch eine dreiviertel Stunde gekreist, weil die Sicht doch sehr dürftig ist. Nach der Landung konnte man sich dann im Terminal ein Bild davon machen: überall Leute und vor den Transfer-Schaltern riesige Schlangen. Auf den Monitoren werden unzählige gestrichene Flüge und fast noch mehr mit Verspätung angezeigt. Ich habe Zeit und schlendere auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen durch die Hallen. Ups, auf den Monitoren wird eine weitere Stunde Verspätung angezeigt, was mich recht kalt lässt. Schlagzahl ist nun 19:10 Uhr.

Ich habe nun ein bequemes Sofa gefunden und mich ein wenig hingelegt, als ich von nebenan Stimmen höre, die sich wohl auf den gleichen Flug bezogen. Wie sich herausstellte, sind Simon, Claudia und Steffen Leidensgenossen. Ihr Flug nach Costa Rica ist noch gar nicht gelistet auf den Monitoren. Wir haben uns dann recht nett unterhalten, und wie sich herausgestellt hat, kannte ich Claudia bereits vom Telefon her. Sie arbeitet in einem Sekretariat, wobei wir bereits geschäftlich zu tun gehabt hatten. Darüber haben wir beide ziemlich gestaunt und mussten mal wieder feststellen, wie klein die Welt doch ist.

Irgendwann haben wir vier uns auf den Weg gemacht, um etwas Essbares aufzutreiben, und sind dabei am Martinair-Check-in-Schalter vorbeigekommen. Ich wollte lediglich nochmals bestätigt bekommen, dass der Flug heute noch geht und nicht ganz gestrichen wird. Die nette Dame am Schalter versicherte mir, dass der Flug auf jeden Fall geht und das Flugzeug bereits in Mexiko gestartet ist, die Abflugzeit sich jedoch um weitere 5 h auf Mitternacht verschiebt. Na super, da haben wir ja noch richtig Zeit, um den Flughafen besser kennen zu lernen.

Irgendwann am Nachmittag verabschieden sich Claudia und Steffen nach Costa Rica, während Simon und ich uns einen bequemen Sessel gesucht haben, weil das Hotel für einen Mittagsschlaf bereits ausgebucht war. Wir lesen und dösen ein bisschen und gehen gegen Abend in einem guten Restaurant unseren Essensgutschein der Airline auf den Kopf hauen. Anschließend machen wir eine Shopping-Tour durch die Läden. Als diese schließen, wird es merklich ruhiger auf dem Airport, und wir haben auch nur noch zwei Stunden bis zum Abflug. Wir gehen schon mal langsam in Richtung Gate und werden wohl mit dem letzten Flug des Tages letztendlich in die Karibik abheben können.

Es ist Mitternacht, die Maschine ist gerade angekommen und in einen riesigen Chaos wurden erst einmal die ankommenden Passagiere über die nächsten Schritte aufgeklärt, bevor es bei uns weiterging. Als es schließlich nach einer weiteren Stunde so weit war, fand ich es ziemlich beeindruckend, dass der Kapitän sich auf den Tisch des Boarding-Schalters stellte, sich persönlich für die Umstände entschuldigte und zum Ausdruck brachte, dass er in seiner langjährigen Karriere solche Zustände noch nicht erlebt hatte. Was ein bisschen Schnee in unserer hochtechnisierten Welt auch nach zwei Tagen noch für Auswirkungen haben kann …

Als wir im Flieger sitzen, teilt uns der Kapitän noch mit, dass ein Passagier nicht erschienen ist und dessen Gepäck ausgeladen werden muss. Also nochmals 30 Minuten obendrauf. Aber solche Kleinigkeiten interessieren keinen der Anwesenden mehr wirklich.