6. Tag (29. September 2005)

Auf dem Weg nach Wuxi

Holiday Inn Hotel

Tiananmen Platz

Gate of Heaven

Thomas hat mich heute Morgen nach Wuxi mitgenommen, damit ich meinen Flug nach Peking bekomme. Eigentlich hatte ich geplant, erst nächste Woche nach Peking zu fliegen, jedoch zuvor erfahren, dass die Chinesen nächste Woche in den Ferien sind und Millionen von Menschen in die Großstädte strömen. Es muss dann, vor allem in Peking, die Hölle los sein. Deshalb sitze ich heute schon am Airport. Ich habe gerade eingecheckt und bekam mein Boarding-Ticket. Ich bin bereits sehr gespannt, wie es werden wird. Außerdem habe ich noch vor, in die große Mauer zu fahren. Ich hoffe, das klappt auch noch.
Als ich in Peking ankam, musste ich ziemlich lange auf mein Gepäck warten, so dass ich bereits befürchtete, dass dies verloren gegangen sei. Später trat ich auf die Straße hinaus. Es wimmelte nur so von Menschen und die Schlange am Taxistand war unendlich lang. Aber zu meiner Überraschung hat es nicht lang gedauert, bis ich ein Taxi bekam. Das Wetter ist nicht wirklich gut, es hat Hochnebel und es rieselt leicht, wie im November bei uns. Nachdem ich wie immer dem Taxifahrer den Zettel mit der Anschrift meines Hotels vor die Nase gehalten hatte, sieht es erstmal danach aus, als ob der Taxifahrer keine Ahnung hat, wo sich mein Hotel befindet. Der Taxifahrer fährt erst einmal rechts ran. Glücklicherweise wurde auch eine Telefonnummer neben den ganzen Schriftzeichen auf meinem Zettel notiert, und so fängt er an, hektisch in der Gegend herumzutelefonieren. Nach dem dritten Anruf hatte er wohl eine Information bekommen und fährt los. Der Verkehr ist eine einzige Blechlawine. Der Taxifahrer fährt und fährt und fährt … von einer Autobahn auf die nächste. Ich frage mich, wann wir endlich ankommen, und versuche zu fragen, wie lange es noch dauern kann, was natürlich ein aussichtsloses Unterfangen ist. Nach eineinhalb Stunden ist es aber letztendlich soweit, ich bin endlich am Hotel angekommen. Davon bin ich echt beeindruckt, vor allem als mir an der Lobby gesagt wird, dass ich doch nicht hier einchecken muss, sondern als Executive-Club-Member gleich in den neunten Stock hochfahren kann, um dort einzuchecken. So nehme ich gleich den Aufzug, während mir ein Angestellter mein Gepäck hinterherträgt. Wie ich beim Einchecken erfahre, habe ich als Executive-Club-Mitglied einige Annehmlichkeiten wie freie Getränke aus der Minibar, den kostenfreien Wäsche-Service und natürlich einige kleine weitere Annehmlichkeiten.
Ich mache mich jedoch gleich auf den Weg in die Stadt, schnappe mir ein Taxi und stecke wieder im Verkehr fest. Nach einer unendlich langen Stunde komme ich am Platz des Himmlischen Friedens an. Leider hat sich das Wetter nicht gebessert, mir drückt jemand für ein paar Yuan einen Regenschirm in die Hand. Damit marschiere ich los und muss leider feststellen, dass ich ausgerechnet so spät dort angekommen bin, dass der Platz nun geräumt wird. Somit bleibt mir nichts anderes übrig, als nur entlang der großen Straßen drum herum zu laufen. Es ist trotzdem sehr beeindruckend, die Gebäude und die Größe des Platzes selbst zu sehen. Als es bereits dunkel ist, komme ich am Gate of Heaven an, an dem das riesige Bild von Mao hängt. Ich genieße noch eine Weile die Stimmung und mache mich dann auf den Rückweg. Alle Taxis auf den Straßen sind irgendwie bereits besetzt, aber ich frage einfach einen netten Hotelportier, ob er mir nicht einen Wagen heranrufen kann. Als dies klappt, bin ich auch wieder recht zügig im Hotel zurück.
Natürlich will ich gleich den Wäschedienst ausprobieren. Ich war kaum auf meinem Zimmer, als der Mann schon an der Tür klingelte. Ich habe alles kurz zusammengerafft und in den Sack gesteckt. Kurze Zeit später klingelte es erneut an der Türe, und der nette junge Mann wies mich darauf hin, dass eine Socke fehle. Bei dieser Gelegenheit wurde mir auch gleich der Inhalt meiner Hosentaschen zurückgegeben! Ich genieße den Service des Hotels in vollen Zügen. Das Zimmer ist für die Nacht vorbereitet, die Gardinen zugezogen, die Bettdecke aufgeschlagen und die Fernbedienung des Fernsehers liegt auf dem Nachttisch.