5. Tag (28. September 2005)

Suzhou Bahnhof

Nordtempel-Pagode

Löwenwald Garten

Suzhou

Ich bin auf dem Weg zum Bahnhof, weil ich dachte, ich könnte mich bereits informieren, wie die Züge nach Shanghai fahren. Aber das war leider nicht möglich. Der Bahnhof ist nur mit einem Ticket zu betreten, und somit war es aussichtslos, weitere Informationen zu bekommen. Aber ich habe den Ticketschalter entdeckt, und so, wie ich das sehe, wird dort am Schalter etwas englisch gesprochen. Anschließend mache ich mich von hier aus zu Fuß auf den Weg zur Nordtempel Pagode, die hier gleich um die Ecke liegt. Leider musste ich feststellen, dass die ganze Pagode wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet ist, aber der kleine Garten und der Tempel der Wohltätigkeit waren trotzdem sehr sehenswert. Auf der anderen Straßenseite soll sich das Museum für seidene Stickerei befinden. Dies muss ich jedoch erst noch suchen, da solche Dinge in der Regel ziemlich versteckt zwischen den Häusern liegen. Nach circa einer halben Stunde, in der ich niemanden fragen konnte, finde ich das Museum schließlich. Hilfreich waren dabei, dass ich die ganzen Touri-Busse gesichtet hatte. Das Museum war ganz nett, sehr beeindruckend waren die ausgestellten Webstühle mit den Tausenden von Fäden, unglaublich! In einem angeschlossenen Laden habe ich überdies dem Shopping-Wahnsinn nachgegeben und mir viel Zeit genommen. Dabei musste ich feststellen, dass die Kleidergröße in China erheblich kleiner ist als bei uns, da mir nur Klamotten in XXL gepasst haben.
Mit einer kleinen Tüte voll bin ich hinterher herausgekommen, um gleich anschließend in die Perlenhalle hineinzufallen. Perlen sind schon sehr schöne Dinge, aber trotzdem konnte ich mich losreißen, nachdem ich einmal durch den Laden gegangen war. Es ist bereits Nachmittag, und ich mache mich auf dem Weg zum Löwenwald, einem berühmten Garten hier gleich ums Eck. Auf dem Weg dorthin hatte ich zunächst meinem leeren Magen nachgegeben und bin doch noch in eine kleine Garküche gegangen, um ihn wieder zu füllen. Gut gestärkt suche ich nun auch diesen Eingang, nachdem ich noch zwei Leuten meinen Reiseführer mit den chinesischen Schriftzeichen unter die Nase gehalten hatte, um irgendwelche Informationen zu bekommen. Schließlich habe ich es doch noch gefunden.
Dieser Garten ist ganz anders als ich erwartet hatte: voll mit bizarr geformten Felsen, durch die sich ein sehr verschlungener Pfad schlängelte. Ich setzte mich auf einen dieser Felsen und entspannte, wobei ich das umtriebige Treiben um mich herum beobachtete. Dieser Garten zählt zu den ältesten der Stadt. Auch deshalb sind heute jede Menge Menschen hier. Ob dies vor 700 Jahren auch so war, als der Garten gebaut wurde?
Von hieraus wollte ich noch zu einem anderen Garten, nahm deshalb noch eine Rikscha und ließ mich dorthin strampeln. Nachdem ich den Eintrittspreis dort gesehen hatte, war es mir doch schon zu spät, um diesen Garten auch noch anzuschauen. Ich wollte dafür genügend Zeit haben, die mir so kurz vor Sonnenuntergang nicht blieb. Deshalb habe ich mich später durch die Straßen treiben lassen und wollte mir noch die Reste der Stadtmauer anschauen. Dieser Park war jedoch leider bereits geschlossen und so habe ich mich in ein paar Seitenstraßen verkrümelt. Da sich hier noch einfache Häuser befinden, die direkt an einem Kanal gelegen sind, waren diese Gassen recht schön anzuschauen. Hier konnte man noch das alte Suzhou durchstreifen. Als die Sonne fast untergegangen war, wurde es Zeit, sich auf dem Rückweg zu machen, so dass ich mich nun nach einem Taxi umsah, welches mich wieder nach Hause bringen sollte. Es ist schon sehr bequem, nur mit einem Taxi eine Stadt zu erkunden, da man sich einfach nur an die Straße stellen muss und den Arm hebt. Aber es muss ja auch Vorteile in China geben.