3. Tag (26. September 2005)

Tempel d. Geheimnisses

Auf dem Markt

Ich bin heute Morgen mit Diana unterwegs. Wir besuchen einen Tempel im Zentrum von Suzhou, dessen Name sich für uns nicht wirklich erschließt, da alles hier nur in chinesischen Schriftzeichen angeschrieben ist. Es ist ein ganz komisches Gefühl, wenn man nichts lesen und nichts verstehen kann. Es lässt sich niemand fragen, da niemand auch nur ein Wort Englisch spricht. Wir schlendern durch die Stadt, kommen auf dem Tiermarkt vorbei und stellen fest, dass dies eine ganz andere Welt hier ist. Hier gibt es alles Lebendige in winzigen Käfigen zu kaufen: Fische, Katzen, Hunde, Schildkröten, jede Menge Vögel, sogar Heuschrecken und Insekten in kleinen Plastikschachteln, welche die Größe von Streichholzschachteln haben. An den zahlreichen Verkaufsständen gibt es Pflanzen, Bonsai-Bäume, selbst Bonsai-Palmen. Es wird Jade verkauft und herrliche Möbel aus schwarzem Holz, möglicherweise Teak. An einem Stand hätte man sogar weiße Korallen kaufen können, wunderschön in ihrer ganzen Pracht. In Europa ist dies kaum vorstellbar.
Anschließend hat es zu regnen begonnen und bevor wir nass wurden, nahmen wir uns eine Rikscha und ließen uns zu einem Restaurant bringen, an dem wir zuvor schon vorbeigekommen waren. Im Restaurant gibt es jede Menge Kellnerinnen die bedienen. Die Karte ist eine wahre Pracht, nur chinesische Schriftzeichen. Mithilfe einer Bilderkarte, zwei Brocken Chinesisch, welche Diana in den Raum geworfen hatte, und vielen Handzeichen haben wir dann etwas zu essen bestellt. Wir haben mehr geraten als sonst irgendwas. Aber ich denke, es wird uns gut schmecken und uns wenigstens den Magen füllen. Alles, was uns nicht schmeckt, lassen wir schließlich einfach stehen, weil es nicht wirklich teuer für uns ist.
Am Nachmittag waren wir noch im Supermarkt zum Einkaufen. Es war ein riesiger Laden ausschließlich mit Produkten, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nachdem wir den Einkaufswagen gefüllt hatten und durch die Kasse durch waren, habe ich mich ein wenig in den Straßen umgeschaut. Zuerst habe ich mir jedoch eine Visitenkarte geben lassen, auf in eher schlesischen Schriftzeichen die Adresse aufgeschrieben war, so dass ich zur Not mit einem Taxi hätte heimfahren können.