15. Tag (08. Oktober 2005)

Dubai Gold Suk

Dubai Creek

Ramandan

Nach einem ruhigen Flug, während dem ich auch wieder recht wenig geschlafen habe, komme ich sehr früh morgens in Dubai an. Im Hotel kann ich nach einigem Hin und Her gleich einchecken, nachdem mich der Taxifahrer auf dem Weg dorthin abgezockt hat.
Nun ja. Ich schlafe erst einmal drei Stunden und gehe nun zum Frühstücks-Buffet. Anschließend mache ich mich auf den Weg in die Stadt, stelle dabei sehr schnell fest, dass ich in einem anderen Stadtteil gelandet war, als ich angenommen hatte, so dass ich zuerst überhaupt keine Orientierung mehr habe und mir vorkomme wie in China. Aber dann geht’s, es ist brüllend heiß, und man darf wegen des Ramadans nicht in der Öffentlichkeit trinken oder essen. Sämtliche Restaurants und Imbissbuden sind geschlossen und öffnen erst um 18.00 Uhr. Ich schaue mir zuerst den Goldmarkt, den Gewürzmarkt und sämtliche Läden dazwischen an. Schließlich erreiche ich den Dubai Creek. Hier versuche ich, mit einem Boot auf die andere Seite überzusetzen. Diese Abras hier am Ufer sind jedoch keine Boote für den Personenverkehr auf die andere Seite. Nach kurzer Preisverhandlung nehme ich ein Boot und nehme an, dass eine kleine River Cruise auch nicht schlecht sein dürfte. So fahre ich für eine halbe Stunde mit dem Abra umher, bevor ich dann auf der anderen Seite abgesetzt werde.
Es ist bereits früher Nachmittag und alle Geschäfte, die noch offen hatten, schließen nun auch, es ist ja schließlich Ramadan! Nach einem kurzen Gang durch die Gassen habe ich einen Carrefour Supermarkt gefunden, in dem ich mich für etwa eine halbe Stunde auf einem der Stühle einer geschlossenen Cafeteria niederlasse und die Kühle der klimatisierten Umgebung genieße. Hier warte ich nun darauf, dass die Sonne endlich untergeht.
Punkt 18.00 Uhr hatten die Moslems den ersten Bissen im Mund, als es vom Turm der Moschee dazu ertönte. Der Busterminal war die Location für die öffentliche Speisung. Für Nichtmoslems ist der Ramadan kaum zu begreifen. Wie kann man den ganzen Tag fasten, nichts essen, nichts trinken um hinterher nach Sonnenuntergang umso mehr in sich hineinzustopfen. Nun ja ich glaube auch nicht, dass ich es verstehen muss.
Ich mache mich nun auf den Weg, etwas Essbares zu finden. Nach dem Essen bin ich noch etwas durch die Gassen, an den hell erleuchteten Läden vorbei, zu den Abras gegangen. Auf dieser Seite des Ufers habe ich nun gleich den Anleger gefunden, von dem aus die Boote im öffentlichen Verkehr auf die andere Seite übersetzen. Wir fuhren vollbesetzt los, als plötzlich auf halber Strecke sich etwas um die Schraube wickelte und unsere Fahrt jäh unterbrach. Unser Bootsführer versuchte verzweifelt, mit einem Haken die Schraube wieder frei zu bekommen, jedoch ohne Erfolg. Währenddessen wurden wir von der Strömung recht schnell abgetrieben und legten uns quer zur Fahrrinne, so dass die anderen Boote wild gestikulierend an uns vorbeifuhren, da sie ausweichen mussten. Unser Bootsführer bekam die Schraube auch nach dem fast zehnten Versuch nicht frei, so dass wir nahezu wieder auf Höhe der Anlegestelle zurück getrieben waren. Nun kam ein zweites Boot herangefahren, auf welches wir Passagiere umsteigen konnten, während der Bootsführer weiter um seinen Antrieb kämpfen musste. So gab es am heutigen Tag doch noch ein kleines Abenteuer. Schließlich in Deira angekommen, habe ich mich noch ein wenig durch die Gassen treiben lassen und bin anschließend ins Hotel zurück.