10. Tag (03. Oktober 2005)

Suzhou

Bonsai Baum

Nach dem Aufstehen und einen gemütlichen Morgen sind wir heute gegen Mittag zum „Garten der Politik des einfachen Mannes“, einem der vier berühmtesten Gärten Chinas hier in Suzhou, gefahren. Der Verkehr ist wieder einmal heftig, und ebenso heftig ist es, eine chinesische Straßenkarte richtig zu deuten. Mit einem kleinen Umweg und zweimal Wenden sind wir jedenfalls dort angekommen wo wir hinwollten. Überraschenderweise haben wir sogar am Straßenrand noch einen Parkplatz gefunden. Der Garten ist der größte der Stadt, sehr schön angelegt mit vielen Wasserfällen und Pavillons. Nach dem Betreten des Gartens ist es kaum zu glauben, dass dieser bereits seit ungefähr 500 Jahren existiert. Es beginnt leicht zu regnen, und wir versuchen, uns unter den Dächern der Pavillons und Gängen vor dem Regen zu schützen. Wir besuchen trotzdem den gesamten Garten und bewundern noch eine große Sammlung von Bonsai-Bäumen. Dabei wundern wir uns auch nicht mehr darüber, dass es von Menschen nur so wimmelt. Als der Regen stärker wird, entschließen wir uns nach einer Weile, wieder zurück zum Auto zu gehen und nach Hause zu fahren und Kaffee zu trinken.
Vor dem Eingang des Gartens trafen wir noch auf zwei Chinesen, die sich wild gestikulierend anschrien und heftig stritten. Besonders auffällig war dabei, dass viele Leute drum herum standen und das Schauspiel ausführlich beobachteten. Wie ich später erfuhr, ist es Ausdruck der ausgeprägten Neugierde der Chinesen, überall zuzuschauen, wo etwas Aufregendes passieren kann. Nun ja, wir sind nicht bei den blutenden, sich anschreienden Leuten stehen geblieben, sondern zum Auto zurückgekehrt und waren froh, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.