7. Tag (15. Juli 2004)

Der rote Strand

Der Fjallfoss

Mitternacht

Ebenfalls in dieser Gegend und nicht weit von der Juhe entfernt befindet sich der Rote Strand von dem aus wir zu unserer kleinen Erkundungstour aufbrechen. Wir folgen einem kleinen Pfad zu einem Naturhafen, der gleich hinter einem Hof begingt. Hier sollen sich im vorigen Jahrhundert Boote vor den hohen Wellen der See in Sicherheit gebracht und angelandet haben. Die Felsformationen und die Küstenlinie zeigen hier das alltägliche Island, wie man es fast überall entdecken kann. Somit eine Entspannung von den bisherigen Highlights.

Auf dem Rückweg fängt es an zu nieseln, wir ziehen unsere Regenjacken an und trotzen dem Wasser von oben. Am Strand stellen wir uns zu einem Gruppenbild auf und genießen, wie Ole mit jeder einzelnen Kamera ein Bild von uns aufnimmt. Am Auto wieder angekommen, hört es zu regnen auf, und wir nehmen noch ein Picknick, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Als wir über die ersten Berge hinweggefahren waren, ändert sich das Wetter wieder, und wir können die unglaublich karge aber sehr schöne Fjordlandschaft Islands genießen. Nachdem wir nach einer langen Fahrt fast alle Westfjorde durchquert haben, kommen wir zum Arnarfjördur und schauen uns dort den Wasserfall Fjallfoss an.

Ole lässt uns aussteigen und parkt das Auto etwas abseits, da er den Motor wegen unserer Startprobleme lieber laufen lässt, damit wir nachher auch sicher noch weiterfahren können. So stehen wir also am Fuße einer großen Basaltstufe und haben den ersten Blick auf den wunderschönen Wasserfall, der in seiner Art wohl ziemlich einmalig sein dürfte. Die Wassermassen sind gar nicht so groß, jedoch fächert sich das Wasser sehr gleichmäßig nach allen Seiten auf. Deshalb sieht es so aus, als ob sich ein weißer Vorhang über die Felsen legt. Ein wunderschöner Anblick!

Wir steigen an den unteren kleineren Wasserfällen entlang auf und erreichen nach kurzer Zeit den Fuß des Wasserfalls. Erst hier kann man wirklich die enorme Höhe des Wasserfalls erkennen, der sich auch zu einer enormen Breite auffächert. Hier verbringen wir einige Zeit und genießen den wunderschönen Blick auf den sich von hier aus öffnenden Fjord. Die restlichen Wolken verziehen sich mit der Zeit und die Sonne kommt immer mehr heraus. Als wir wieder am Auto zurück waren, hatten wir Sonnenschein und konnten die Ansicht noch in ihrer ganzen Farbenpracht bewundern.

Als wir wieder alle im Auto saßen, ging es zurück zu unserer Unterkunft. Es ist heute schon recht spät, als wir dort ankommen. Da es natürlich trotzdem noch hell ist, gilt die Parole, schnell zu Abend essen, um anschließend gemeinsam noch ins Freibad zu gehen, um uns zu entspannen. Ole hat heute telefonisch organisiert, dass für uns das Freibad heute Abend um 23:00 Uhr noch mal öffnet. So beziehen wir schnell unsere Zimmer und essen zu Abend, um gleich darauf wieder ins Auto zu springen, um zum Freibad zu fahren. Wir haben das ganze Becken und den Hot Pot für uns allein, es ist kurz vor Mitternacht und Ole kommt noch mit einer Überraschung. Er packt eine Flasche „Schwarzen Tod“ aus, einem Kümmel Wodka den wir im warmen Wasser gemeinsam genießen. Gegen 1:00 Uhr sind wir wieder zurück in unserem heutigen Guesthouse und es ist bereits ein bisschen dämmrig. Aber obwohl wir heute den Schlafsack nicht auspacken müssen, weil wir den Komfort von gemachten Betten genießen können, setzen wir uns erst noch zusammen. Ole organisiert in der Küche ein paar Bier, die wir dann morgen bezahlen können. So verbringen wir noch einen lustigen Abend und als die Müdigkeit bei Sonnenaufgang überhandnimmt, legen wir uns nach einem ereignisreichen Tag noch für ein paar Stunden aufs Ohr.