4. Tag (12. Juli 2004)

Strand von Dritvik

Die Schlucht

Heute verbringen wir einen gemütlichen Tag. Wir fahren an die Westküste und besuchen dort die Bucht Dritvík mit ihrem einmaligen Strand aus schwarzen Kieselsteinen, die von den Wellen glatt und blank poliert waren. Hier machen wir einen Spaziergang. Als wir an den Strand kommen, finden wir noch die vier Steine, die seit Urzeiten die Schwachen von den Starken getrennt haben. Doch keiner von uns versucht, die bis zu fast 160 kg schweren Steine auf eine natürliche Felsplatte zu hieven.

Am Strand blies der Wind recht stark und die Wellen brachen sich mit Wucht am Ufer. Durch die tiefhängenden grauen Wolken und den schwarzen Strand ergibt sich eine eigenartige Stimmung, die wir eine ganze Zeit genießen können. Etwas durchfroren fahren wir zu einem Café und wollen einen Kaffee trinken, doch leider sind durch eine andere Gruppe sämtliche Tische reserviert und so bleibt uns nur die Terrasse. Doch es ist schön, die Sonne scheint und der Blick von dort auf eine Bucht entschädigt uns gleich mehrfach.

Nach einem kurzen Abstecher ins Quartier zum Mittagessen besuchen wir am Nachmittag eine schmale Schlucht und machen dort eine kleine Canyoning-Tour, indem wir den Bachlauf durch die enge Spalte hochklettern und die Kraft der Natur auf uns wirken lassen. Als wir zurück sind und am Fuße dieser Spalte stehen, können wir in einiger Entfernung bereits das Lavafeld Budavik erkennen, welches wir anschließend durchwanderten, um einen weiteren Vulkankrater zu besteigen. Das Lavafeld ist über und über mit Islandmoos bewachsen. Während einer Pause kommen wir in den Genuss, uns draufzulegen. Es fühlt sich so weich an, als ob man sich auf einer Matratze niedergelassen hätte. Einfach herrlich! Von oben auf dem Krater genossen wir wiederum einen weiteren guten Blick auf die Landschaft und machten uns anschließend auf den Rückweg. Dabei waren überall Blumen zu finden, die in windgeschützten Spalten wuchsen. Einen der hier lebenden Polarfüchse konnten wir jedoch nicht zu Gesicht bekommen, was der Sache keinen Abbruch getan hat. An einer der zahlreichen Landkirchen hier in Island hat uns Ole mit dem Auto abgeholt, und wir sind wieder zurück zum Quartier gefahren. Am Abend eines weiteren langen Tages an der frischen Luft hat ein kühles Bier richtig gezischt!