2. Tag (10. Juli 2004)

Hraunfossar

Lavahöhlen

Die Sonne scheint schon seit 3:00 Uhr, und um 7:00 Uhr stehen wir auf, frühstücken und brechen anschließend auf. Unser Programm heute: Der Wasserfall Barnafoss, des Gletscherfluss Hvita und die Hraunfossar, danach eine kleine Bergwanderung auf den Strutur, und nach dem Mittagessen wollen wir die Lavahöhlen Surtshellir besuchen.

Nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir den Parkplatz. Die Wasserfälle Hraunfossar sind wunderschön. Das Wasser fließt direkt aus den Spalten eines schon vor langer Zeit erstarrten Lavafeldes und ergießt sich über mehrere Kaskaden in den Fluss Hvita, der kurz zuvor sich durch den Barnafoss gezwängt hat. Hier spannte sich vor Jahren eine Naturbrücke, die jedoch von einem Bauern zerstört wurde. Eines Tages verloren sich die Fußspuren seiner beiden Kinder dort im Schnee!!

Heute kann man schon wieder erkennen, wie das Wasser an einer neuen Naturbrücke arbeitet, indem es sich im Lauf der Zeit immer tiefer eingräbt. Ungefähr nach einer Stunde fahren wir weiter und biegen von der Hauptstraße in eine geschotterte Nebenstraße ab. Von dort führt eine sehr steinige Piste bergan. Wir kommen langsam voran, der Ford schaukelt von rechts nach links und auf der letzten Sitzreihe wird man bei jeder tieferen Bodenwelle vom Sitz katapultiert.

Wir halten auf etwa der halben Strecke an und steigen aus, um unseren „Übungsberg“ zu besteigen. Wenn man von wenigen Moosen und Gräsern absieht, bietet der völlig vegetationsfreie Berg zu jeder Zeit einen überragenden Blick auf die umliegende Landschaft. Je höher wir steigen, desto klarer sind die gigantischen Lavafelder um uns herum zu erkennen. Man unterhält sich in der Gruppe und erreicht nach einer „Ole-Stunde“ den Gipfel. Hier oben eröffnet sich uns die andere Seite, die wir bisher nicht sehen konnten. Die Gletscher und deren Flüsse sind gut zu erkennen. Ole, unser Tourguide erklärt uns einiges über Geologie und die Entstehung dieser Landschaft hier vor gar nicht mal so langer Zeit. Es ist fast windstill auf dem Gipfel, und so können wir den spektakulären Ausblick ausgiebig genießen.

Der Abstieg nahm anschließend nicht so viel Zeit in Anspruch, und so waren wir bald wieder im Camp zurück. Zum Mittagessen gibt es Suppe, Sandwichs und Salat. Gegen 16:00 Uhr brechen wir dann wieder auf, um uns die größten Lavahöhlen Europas anzuschauen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Parkplatz, stellen unseren Ford ab, werden mit Helmen und Stirnlampen ausgerüstet und begeben uns zum Eingang der Höhlen. Ole holt noch aus einem Versteck zusätzliche Taschenlampen, und dann begeben wir uns in die Unterwelt. Dabei handelt es sich bei diesen Höhlen eigentlich eher um Tunnel, durch die früher die Lava hindurchfloss, und die nach dem Erkalten der Lava gebildet haben.

Die Größe ist beeindruckend und auch die tiefe Dunkelheit, die sich in den Nebentunneln erst richtig zeigt. An den Decken sind noch sehr kleine Stalaktiten zu entdecken, was daran liegt das die Höhlen geologisch gesehen noch nicht sehr alt sind. Nach zirka zwei Stunden verlassen wir die Höhlen wieder, es fängt an zu tröpfeln und wir fahren zurück. Bei leichtem Regen gehen wir noch in den Hot Pot, um uns aufzuwärmen und lockern wieder die Muskeln.