12. Tag (20. Juli 2004)

Gull Foss

Der Strokkur

Nahtstelle der Kontinente

Heute Morgen geht es mir wieder besser. Nach dem Frühstück packen wir wieder einmal unsere Sachen und verlassen das Hochland, es geht wieder nach Reykjavik zurück. So fahren wir wieder zurück zur Hauptstraße, biegen links ab und folgen der Straße durchs Hochland in die Zivilisation. Vor Ankunft machen wir jedoch einen kurzen Raststopp am Langjökull und genießen den wunderschönen Blick auf den Gletschersee und die dahinter liegende Eismasse, die sich dort hinein schiebt. Hier entspringt der Fluss Hvita, dessen Gull Foss wir später besuchen.

Nach einer weiteren Fahrt legen wir wiederum auf einem riesigen Steinmann einen Stein ab, weil wir gesund und munter das Hochland durchfahren hatten. Von nun ab ist wieder Grün am Wegesrand zu sehen, und wir erreichen sogar eine geteerte Straße, als wir die Touristenattraktion Gull Foss erreichen. Hier machen wir eine größere Pause, um uns den sehr beeindruckenden Wasserfall ausgiebig anschauen zu können. Das Gletscherwasser des Hvita ergießt sich über zwei gewaltige Stufen in eine schmale Spalte. Die aufsteigende Gischt war schon von weitem zu erkennen. Zusammen mit Friederike schaue ich mir das Naturschauspiel erst von oben an und gehe dann näher heran. Die Gischt ist so stark wie ein Regenguss. Wir sind beide pitschnass und gehen, nachdem wir uns kurz dort unten umgesehen hatten, wieder zum Parkplatz zurück.

Ole konnte währenddessen unseren Plattfuß am Hänger nicht reparieren, da der Wagenheber streikte. So blieb uns nichts anderes übrig, als auszuladen und den Hänger solange mit vereinten Kräften anzuheben, bis Ole das Ersatzrad montiert hatte.

Wir verließen den Gull Foss, um uns nur wenige Kilometer weiter den Strokkur Geysir anzuschauen. Hier treffen wir dann auch auf die Massen an Touristen, die während eines Tagesausflugs von Reykjavik hierher kommen. Aber das stört uns weniger, denn die Ausbrüche des Strokkur fesseln den Blick, und so übersieht man die ganzen anderen Leute, die sich um einen herum drängen.

Nach einer Stunde geht es weiter. Zur Erholung steuern wir einen kleinen See zum Picknicken an. Direkt am Ufer befinden sich heiße Quellen. Der Clou hier ist eine natürlich beheizte Sauna, die eigentlich nur aus einer Hütte besteht, die über einer natürlichen heiße Quelle errichtet wurde, und somit eine der wenigen Saunas in der Welt sein dürfte, die seit fast achtzig Jahren ohne Unterbrechung betrieben wird. Wir genießen es, und wundern uns nur kurz darüber, dass man an diesem Ort die Warmwasserdusche nicht abstellen kann, weil der Hahn dazu fehlt!

Nachdem die meisten wieder erfrischt und fit aussahen, fuhren wir zur traditionsreichsten Stelle Islands, ins Pingvillir. Hier an der tektonischen Schnittstelle zwischen Amerika und Europa wurde die älteste Demokratie der Welt praktiziert. Bereits vor fast tausend Jahren beratschlagten die Menschen hier über die politischen Belange der Insel im Nordatlantik. Der Transatlantische Graben befindet sich genau unter uns, und das ganze Gebiet sackt hier jedes Jahr etwas tiefer ab, so dass man die Kanten der amerikanischen Platte auf dieser Seite und die der eurasischen Platte einige Kilometer weiter gut erkennen kann. Wir spazieren auf dem Gelände noch einige Zeit umher, schauen uns noch einen Wasserfall an, der von der amerikanischen Platte herunterstürzt und sammeln uns schließlich am vereinbarten Treffpunkt.

Nach einer weiteren kurzen Fahrt erreichen wir wieder Reykjavik und schließen somit unsere Runde in Island. Wir checken in einem netten kleinen Hotel im Zentrum ein. Zuerst beziehen alle ihre Zimmer und machen sich wieder frisch. Ole hat das Auto zurückgebracht und zu Hause vorbeigeschaut. Anschließend treffen wir uns, um die gemeinsame Tour bei einem wunderbaren Abendessen in einem guten Restaurant im Zentrum der Hauptstadt zu beschließen.