27. Tag (27. November 2003)

Cat Coco

Mahé im Indisch. Ozean

Bel Air - Victoria

Selwyn Clark Market

Clock Tower - Victoria

Heute ist Rückreise nach Mahé, ich sitze am Pier und warte auf die Cat Coco, dem Schiff nach Victoria. Heute Morgen hatte ich noch ein kleines Frühstück auf der Terrasse und konnte den im Nu heller werdenden Tag begrüßen. Es war als ob jemand das Licht angeknipst hätte. Der Bus heute Morgen war voll und ich drückte mich mit meinem Gepäck noch hinein. Während der Fahrt bin ich gestanden und hatte Mühe senkrecht stehen zu bleiben als der Bus für mich das letzte Mal die Serpentinen heruntergefahren ist. Es war mal wieder ein Erlebnis wie der Fahrer die sehr engen Kurven nur mit Zentimeterabstand zur Mauer oder den Abgrund gemeistert hat. Hut ab!

Die Cat Coco ist angekommen, die Leute strömen von Bord und wir gehen auf das Schiff. Ich stelle mich gleich an den Bug als wir auslaufen. Der Katamaran nimmt gleich richtig Fahrt auf, so dass einem der Wind um die Nase weht. Nach ein paar Minuten verlassen wir die Bucht und steuern in Richtung Mahé. Die Sicht heute Morgen ist phänomenal gut und Mahé und Silhouette sind bereits deutlich zu sehen. Die See ist sehr ruhig, zum Teil spiegelglatt. Das Schiff durchpflügt das Wasser, so dass rechts und links die Fliegenden Fische flüchten, kurz ist auch noch ein Rochen zu sehen. Mahé liegt unter einer riesigen Quellwolke die von der Sonne angestrahlt wird und sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Ein unglaublich schönes Bild. Mahé kommt schnell näher aber wir werden wohl das Wettrennen mit einem Regenschauer, der von der rechten Seite her nach Victoria hineinzieht nicht gewinnen können. Nach einer Stunde legen wir bereits an. Ich schnappe mein Gepäck, es tröpfelt nur ein wenig und ich mache mich auf den Weg zum Guesthouse. Nach einer halben Stunde komme ich dort total verschwitzt an und brauche erst einmal eine Dusche.

Das Haus selbst ist ein alter Kolonialbau hoch über der Stadt in Bel Air gelegen. Mein Zimmer befindet sich im ersten Stock, welcher durch eine schmale Holztreppe zu erreichen ist. Die Zimmertüren bestehen aus alten Doppelflügelholztüren und der Balkon auf diesem Stock ist von einem weit vorgezogenen Dach geschützt. Der Blick vom Balkon auf den Hafen und die Stadt ist sensationell! Wow!

Nachdem ich dann wieder fit war ging ich auf Besichtigungstour durch Victoria. Zuerst besuche ich den berühmten Selwyn Clark Market auf dem Fisch und Obst ganz frisch verkauft wird. In der sich daran angrenzenden Market Street reiht sich ein Laden neben den anderen. Zum Teil befinden sich die Läden noch in alten Kolonialhäusern, die keine Schaufenster besitzen und man deshalb zuerst eintreten muss um herauszufinden was eigentlich verkauft wird.

Ein Kaffee auf dem Balkon im ersten Stock eines Cafés mit Blick auf die Hauptstraße und deren geschäftiges Treiben brachte anschließend Ruhe mit sich. Danach schlenderte ich über den Souvenir Market wo ich mich in ein Model eines alten Segelschiffs verguckt habe. Nur habe ich nun das Problem das ich schon in zwei Tagen abreise und die Modelle mehr oder weniger erst nach Auftrag angefertigt werden. Mit der Verkäuferin habe ich mich so geeinigt, dass Sie mir das Model etwa eine Stunde vor meiner Abreise ins Guesthouse bringt. Ich bin ja mal gespannt ob dies funktionieren wird.

Als ich wieder aus der Stadt zurück war habe ich mir erst einmal eine Weile auf den Balkon zurückgezogen und den Hafen beobachtet, in dem eine ganze Weile mit den großen Schiffen manövriert wurde. Es waren nämlich mehrere riesige Tunfischfänger im Hafen die gigantischen Schleppnetze an Bord hatten.

Am Abend ging ich ins Kaz Zanana zum Essen. Ein sehr empfehlenswertes Restaurant welches sich in einem alten Holzhaus aus der Kolonialzeit logiert. Gleich nach dem Eingang befindet sich eine Kunstgalerie und nach hinten hinaus eine einladende Terrasse, auf der leckere Fischgerichte in einem angenehmen Rahmen serviert werden. Dabei musste ich daran denken, dass ein Urlaub, der meine Erwartungen weit übertroffen hat, leider bald zu Ende geht. Ich hätte es kaum besser antreffen können.