13. Tag (13. November 2003)

Blick vom Nid d'Aigles

Blick vom Nid d'Aigles

Heute habe ich mir vorgenommen auf den Nid d’Aigles zu steigen und mir einen guten Überblick über die Inseln zu bekommen. Nach einem wie immer guten Frühstück auf der Terrasse zusammen mit Rolf und Marise habe ich meinen Rucksack gepackt und bin losmarschiert. Der eigentliche Weg von der Küste bis auf die halbe Höhe war leider nicht zu finden, so dass ich der Straße gefolgt bin. Das war natürlich kein Problem da es hier keinen Verkehr gibt. Ich komme gut voran. Die Straße ist sehr steil, wie eigentlich alle Straßen auf den Seychellen die einen Berg hinaufführen. Dabei überlege ich mir wie die Leute die so weit oben im Wohngebiet Bel Air wohnen ihre Lebensmittel und sonstigen Dinge hier heraufbringen. Mir läuft heute schon der Schweiß in Strömen von der Stirn und dies obwohl ich es heute nicht als heiß empfinde und sich im Rucksack kaum Gewicht befindet. Ich steige höher, es ergeben sich bereits einige schöne Ausblicke. Kurz vor dem Ende der Straße teilt diese sich und ich weiß nicht in welche Richtung ich gehen soll. Ich folge nach links, treffe ein mir entgegenkommendes Pärchen, welches nicht glaubt das es hier weitergehen soll. Der schmale Pfad der sich anschließt führt schließlich zum letzten und höchstgelegenen Haus. Dort stelle ich fest das es egal gewesen wäre in welche Richtung ich der Straße gefolgt wäre da hier der Pfad von der anderen Seite heraufkommt. Auf der Terrasse des Hauses werden Erfrischungen serviert, wie auf einem Schild steht, aber ich ignoriere dies und steige weiter. Von nun an geht es durch Regenwald immer höher bis der Gipfelgrat erreicht ist. Die Vegetation wird lichter und an einigen Stellen kann man hinüberschauen auf die andere Seite der Insel und die Nachbarinseln dort.

Am Gipfel angekommen entdecke ich einem kleinen Felsen der durch einen dahinterliegenden Busch im Schatten liegt. Ein idealer Ort um sich hinzusetzen und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Ich ziehe mein völlig durchnässtes T-Shirt aus und lege es zum Trocknen in die Sonne, verspeise meine Vorräte und fühle mich wohl. Tief unter mir sind die Häuser, Gärten und Straßen von La Digue zu sehen. Auf der rechten Seite ist der kleine Hafen zu erkennen, das Haus in dem ich übernachte kann ich ungefähr in der Mitte erkennen und auf der linken Seite sieht man die Union Estate Plantage. Die Wellen vor der Plantage brechen draußen am Riff, jedoch versteckt sich der Source d’Argent hinter seinen eigenen Felsen. Am Horizont ist dafür Paslin die Nachbarinsel umso besser zu erkennen.

Nach einer längeren Weile mache ich mich dann wieder auf den Rückweg und steige bis zum letzten Haus mit seiner Terrasse ab. Hier gönne mir nun eine Erfrischung in Form einen kühlen Cola und genieße die Aussicht. Dabei unterhalte ich mich ein bisschen mit dem Besitzer und erfahre auch wie er seine Getränke hier nach oben bekommt. Auf dem Rücken!

Als ich wieder zurück war habe ich mir noch zwei wirklich leckere Schneckennudeln geholt. Nach einer sehr angenehmen Dusche setze mich doch ziemlich ausgepumpt auf meine schattige Terrasse und bewege mich am besten nicht mehr.