9. Tag (23. Juni 2002)

Bergen

Alt Bergen

Es ist leider ein sehr verregneter Tag heute. Nach dem Frühstück fahren wir nach Troldhaugen und schauen uns die Wirkungsstätte des berühmten norwegischen Komponisten Edward Grieg an. Das Anwesen mit dem heute noch original eingerichteten Haus ist schön an einem Seeufer gelegenen. Auf ein Konzert dort verzichteten wir, jedoch können wir trotzdem einen großen Einblick in das Leben und Werk Griegs gewinnen.

Mit Schirm und wetterfester Kleidung bewaffnet machten wir uns anschließend auf den Weg in die Stadt. Den ganzen Tag über folgte in kurzen Abständen ein Schauer dem Nächsten. Die Stadt selbst jedoch ist sehr schön. Zuerst schlenderten wir durch die Innenstadt und gingen danach in den Hafen. Die alten Häuser aus der Hansezeit verbreiteten dort ein tolles Flair. Im Hafen vor Anker lag auch noch die Statsraad Lehmkuhl, eine Dreimastbark unter norwegischer Flagge deren Heimathafen Bergen ist. Weiter ging unsere Erkundung ins Olde Hansa ein original erhaltenes Stadtviertel aus dem Mittelalter. Wir waren ziemlich beeindruckt das es so etwas noch in dieser Fülle gibt. Man konnte sich mit ein bisschen Fantasie schon vorstellen wie es damals gewesen sein muss. Anschließen sind wir wieder zurück in die Juhe.

Am Abend wollen wir nochmals in die Stadt um Essen zu gehen und anschließend ein Feuer zur Mitsommernacht anzuschauen. In der Nähe des Theaters haben wir eine nette Pizzeria gefunden in der wir uns eine gute Pizza reingezogen haben. Auf dem Weg zur Mitsommernachtsfeier hatten wir noch keine Ahnung was uns dort erwartet. Als wir dort ankommen sind wir angenehm überrascht und hatten auch noch Glück. Das Gelände war abgesperrt und eigentlich hätte es auch Eintritt gekostet, doch in der Verwirrung des Ansturms hat uns der Typ am Eingang einfach so den nötigen Stempel auf die Hand gedrückt und uns auf Gelände gelassen. Dort hatten sich schon recht viele Leute eingefunden, es gab eine Bühne auf der eine Band und diverse Chöre für Stimmung sorgten. Für das leibliche Wohl war durch eine ganze Reihe von Fressbuden auch gesorgt, doch der aufgebaute Scheiterhaufen hat uns sehr beeindruckt. Aus aufeinandergestapelten Holzfässern war ein Haufen von ca. 20m gewaltig in die Höhe gestapelt. Wir fragten uns nur wie dieser Riesenhaufen wohl angezündet werden würde.

Gegen 22.00Uhr wurde mit der Zeremonie begonnen. Dabei kletterten zuerst zwei Mann hinauf und holten die oben befestigte norwegische Flagge ein, wenig später wurde das Sonnwendfeuer zu unserer Überraschung von oben her angezündet und brannte somit kontrolliert ab. Das Feuer fraß sich immer tiefer, wir lauschten der verschiedenen Band und als schließlich die Dämmerung kurz vor Mitternacht einsetzte und die Flammen mittlerweile mehrere Meter hoch waren wurde die Stimmung immer besser und die Leute feierten das für Skandinavien sehr wichtige Ereignis sehr ausgelassen. Als nach drei Stunden die Flammen immer noch sehr groß aber der Haufen weitestgehend niedergebrannt war machten wir uns kurz vor Sonnenaufgang auf den Heimweg. Somit ging ein ziemlich verregneter und kühler Tag doch noch mit einem Highlight zu Ende.