8. Tag (22. Juni 2002)

Fossli Hotel

Silke sitzt heute wieder hinterm Steuer und wir sind auf dem Weg nach Fossli wo wir uns den Voringsfossen anschauen wollen. Am Wegesrand nehmen wir noch eine Schale Kirschen mit und futtern diese auf dem Weg hinauf. Es geht mal wieder durch unzählige Tunnels bis wir schließlich am großen Parkplatz ankommen. Ich bin leider immer noch etwas gehandikapt mit meinem schmerzenden Knie, welches ich gestern auf dem Abstieg vom Gletscher wohl doch etwas überlastet habe. Das von diesem Parkplatz nicht unbedingt der beste Blick auf dem Wasserfall zu erhaschen ist fahren wir noch zum recht alten Fossli Hotel hinüber. Dort stellen wir das Auto wieder ab und erfahren das Touristen schon seit über hundert Jahren hierhergekommen um sich den Wasserfall zu bestaunen, jedoch war die Anfahrt vom Fjord aus eine ganze Tagesreise bis hier hinauf. Heute geht es da schon etwas schneller und vor allem bequemer. Von den Aussichtsplattformen haben wir einen wunderschönen Blick auf den über 180m hohen Wasserfall. Es ist immer wieder beeindruckend wie viele Wasserfälle es hier gibt und man kann sich gar nicht satt sehen.

Wir fahren wieder zum Eidfjord hinunter und machen noch kurz Station am Hardhangervidda Visitor Center, jedoch erscheint uns der Eintritt doch ein bisschen hoch und so gehen wir nicht hinein. Nun fahren wir wieder zu einem Fähranleger und überqueren damit den nächsten großen Fjord auf dem Weg in den Norden. Wir mussten bisher kaum auf eine Fähre warten und die Überfahrt ist doch irgendwie ein etwas ungewohntes Gefühl für Mitteleuropäer. Das Wetter ist nicht gerade toll im Moment und die Landschaft verbreitet eine seltsame Stimmung mit den tiefhängenden Wolken, der spiegelblanken Wasseroberfläche und den daraus aufsteigenden grauen Silhouetten der Berge.

Auf der anderen Seite angekommen geht es gleich wieder in einen langen Tunnel der schnurgerade durch den Berg führt, was natürlich für die Einheimischen eine einmalige Gelegenheit zum Überholen darstellt die auch ausgiebig genutzt werden muss. Somit werden wir öfters von eiligen Norwegern passiert.

Heute Abend wollen wir noch nach Bergen der großen Hafenstadt im Osten Norwegens. Die Straße führt wie üblich kurvig aber wunderschön am Rand des Fjords entlang. Zwischendurch machen wir an einem Parkplatz am Wasser halt und packen wie üblich unsere Brotzeit aus. Es macht einfach Spaß jeden Tag woanders in der freien Natur zu essen. Gleich darauf besuchen wir noch Steinsdalfossen, einen weiteren Wasserfall. Das Besondere daran ist jedoch das man sich hinter die herabstürzenden Wassermassen stellen kann ohne nass zu werden.

Auf der weiteren Fahrt trinken wir noch einen Kaffee in einem gemütlichen Café am Wegesrand. Schließlich erreichen wir Bergen und sind beim Hineinfahren in die Stadt glatt am Wegweiser zur Juhe vorbeigefahren. Erst auf der anderen Seite der Stadt haben wir es bemerkt und wollten nun einfach wieder zurückfahren. Das geht jedoch im ziemlich autofeindlichen Bergen nicht so einfach. Die Verkehrsführung ist umständlich und ein Graus. Nach einer größeren Stadtrundfahrt haben wir schließlich die Juhe doch noch gefunden und konnten einchecken, nachdem wir heute Nachmittag bereits telefonisch reserviert hatten.

Hier haben wir zuerst einmal unsere Klamotten gewaschen und uns mal wieder ein bisschen neu organisiert. Beim Essen haben wir in der Küche noch Marc und Tine aus Ulm kennen gelernt. Sie sind in etwa auf der gleichen Route wie wir unterwegs, fahren jedoch morgen schon wieder weiter. Wir haben uns während des Essens gut unterhalten. Anschließend sind wir noch in die Stadt gefahren. Doch leider hat es zu regnen begonnen und somit stand unser Stadtbummel nicht gerade unter einem guten Stern. Wir haben dann das Beste daraus gemacht und uns in eine Kneipe verzogen in der wir uns noch ein Bier oder zwei schmecken ließen.