12. Tag (26. Juni 2002)

Es regnet heute Morgen immer noch, aber trotzdem machen wir uns auf den Weg um weiter in den Norden vorzustoßen. Wir entscheiden uns nicht für den Tunnel, sondern wollen die Fahrt über den Pass antreten. Die Straße verengt sich gleich nach Auerland auf eine Spur und windet sich in Serpentinen nach oben. Der Ausblick auf den Auerlandfjord wird immer besser. Schließlich führt die Straße weiter auf das Hochplateau und wir kommen schnell über das Frühjahr in den Winter zurück. Die Vegetation hat bis auf ein paar Flechten aufgehört zu existieren. Der Schnee am Straßenrand liegt teilweise noch meterhoch und das Thermometer in 1.300m üNN fällt auf gerade einmal 3°C. Die Seen und Tümpel sind noch zugefroren und die Sicht auf die umliegenden Gipfel ist durch schwarze Regenwolken versperrt, die der ganzen Szenerie eine bizarre Atmosphäre verliehen. Somit hielten wir uns nicht allzu lange dort auf, machten noch einige Fotos und waren froh als wir wieder im warmen Auto saßen. Auf der anderen Seite ging es wieder hinunter bis zum Fjord. Es ist wieder schön im Sommer angekommen zu sein. Es dürfte wohl einer der ganz wenigen Orte sein an dem man mit dem Auto in wenigen Minuten die Jahreszeiten wechseln kann. Irgendwie sehr beeindruckend.

Einen Tunnel später erreichten wir wieder eine Fähre mit der wir den längsten Fjord Norwegens, den Sognefjord fast 200Km vom Meer entfernt überqueren. Da der Regen immer noch anhält beschließen wir einen kleinen Umweg zu fahren und das Gletschermuseum am Rande des Jostedalgletschers zu besuchen. Auf dem Weg dorthin konnten wir dann erstmalig die Geschäftstüchtigkeit der Norweger kennen lernen, denn kurz vor der Abfahrt zum Museum mussten wir noch eine Mautgebühr abdrücken und da wir ja wieder zurück wollten haben wir schließlich doppelt bezahlt. Nun ja, bisher haben wir für keinen der vielen Tunnel bisher bezahlen müssen und somit ist es wohl noch zu verkraften. Das Museum selbst war sehr informativ aufgebaut und man konnte sehr anschaulich die Zusammenhänge in einem Gletscher erkunden. Zudem gab es noch eine Vielzahl von erdgeschichtlichen Fakten. So wurde der heutige Sognefjord unter erdzeitlichen Maßstäben in rasender Geschwindigkeit ungefähr 3.000m tief in den Granit gegraben. Leider war der Himmel wolkenverhangen, so dass wir vom Dach des Museums aus leider nicht zu den Gletschern hinaufschauen konnten. So haben wir mit einem Panoramafilm vorliebgenommen der den Gletscher bei strahlenden Sonnenschein zeigte.