10. Tag (24. Juni 2002)

Das Flamtal

Wir verlassen am Morgen Bergen und wollen wieder in die Fjorde hineinfahren. Kurz nach Bergen jedoch machen wir noch einen kurzen Stopp an einer der berühmten norwegischen Stabkirchen. Doch leider haben wir kein Glück. Die Kirche ist geschlossen und wir wollen nicht warten bis sie für den Publikumsverkehr geöffnet wird. Damit können wir uns leider nicht anschauen wie die Kirche von innen gebaut ist. Diese Kirchen beziehen nämlich ihren Namen aus ihrer nur in Norwegen früher angewandten Bauweise. Von außen ist sie sehr schön und wohl auch schon ziemlich alt.

Wir erreichen Voss kaufen noch einige Kleinigkeiten ein und bummeln durch die im zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Stadt die nach dem Krieg schnell, aber nicht gerade hübsch wiederaufgebaut wurde.

Weiter auf der Strecke heute verlassen wir zwischendurch die Hauptstraße und schauen uns noch das Stahlheim Hotel an. Das Hotel selbst ist nicht unbedingt das herausragende, jedoch hat man von dessen Terrasse einen super schönen Blick auf das an dieser Stelle steil abfallenden Tal. Wir setzen uns auf die Steinmauer und lassen den Blick schweifen. Rechts und links von uns stürzen wieder Wasserfälle zu Tal die jedoch nur andeutungsweise zu sehen sind. Vom Hotel aus fahren wir die alte Straße, die sehr schmale und über 16 spektakulär enge Kehre nach unten führt, weiter. Unterwegs kommt uns noch ein großer Reisebus entgegen an dem wir jedoch vorbeizirkeln können und treffen und schließlich wieder auf die gut ausgebaute Hauptstraße.

Die Strecke führt durch zwei sehr lange Tunnel und als wir wieder ans Tageslicht kommen erreichen wir Flam am Auerlandsfjord von wo aus die berühmte Flamsbana durch das Flamtal nach Myrdal hinauf auf 800m Höhe fährt. Wir verzichten auf das touristische Highlight und fahren mit dem Auto in das Flam Tal hinein. Wir haben keine große Ahnung was uns dort erwartet. Die Straße jedenfalls wird immer schmäler und gleicht bald nur noch einem Feldweg. Von beiden Talseiten stürzen unzählige Wasserfälle aus zum Teil großen Höhen ins Tal herab und bilden ein wildes Naturerlebnis. Schließlich erreichen wir den Bahnhof Berekvam und trauen uns nicht mehr mit dem Auto weiter in das Tal vorzustoßen. So stellen wir das Auto ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Wir wollten eigentlich den Kjosfossen, einer der berühmten und größten Wasserfalle Norwegens erreichen. Doch leider war dieser Wasserfall noch ziemlich weit weg, zudem haben wir auch nicht den richtigen Weg gefunden. Unzählige Radfahrer sind uns zudem noch entgegengekommen, die mit der Bahn nach oben gefahren sind und sich bergab mit dem Rad nach Flam zurückfuhren. Wir fragten nach dem Weg zum Wasserfall, doch keiner konnte uns helfen. So drehten wir irgendwann um und gingen den Weg im Tal wieder zurück. Später erfuhren wir, dass der Kjosvossen nur von der Bahn aus zu sehen ist und nicht zu Fuß erreicht werden kann. Somit hatten wir keine Chance, aber trotzdem einen schönen Nachmittag.

Als wir doch recht müde wieder am Auto angekommen sind haben wir uns anschließend auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit gemacht und fanden in Auerland eine unsere besten Hütten. Direkt am Fluss gelegen, ohne Verkehrslärm und mit einer tollen überdachten Terrasse. Innen war alles vorhanden was das Herz begehrte. Eine voll ausgestattete Kochecke, ein Sofa mit Tisch und eine Heizung, die wir bei diesem Wetter auch gleich angemacht haben. Es war sogar ein Fernseher vorhanden was uns überzeugt hat zwei Nächte hier zu bleiben, einen Ruhetag einzulegen und morgen das Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen Korea bei der WM anzuschauen.