9. Tag (20. Oktober 2001)

Twin Falls Creek- NT

Kakadu NP- NT

Twin Falls - Kakadu

Twin Falls - Kakadu

Twin Falls - Kakadu

Gleich nach Sonnenaufgang habe wir unser Zelte wieder abgebrochen, zwischendurch noch gefrühstückt und schließlich alles wieder zusammengepackt. Wir treffen noch einen anderen Tour Guide von dem wir noch einige Stangen zum Aufstellen der Plane übernehmen und erfahren, dass es dort in der Nacht richtig geschüttet hat. So hatten wir es auf unserem Campingplatz richtig gut getroffen, obwohl dieser nur wenige Kilometer davon entfernt war. Nun ja wie auch immer, heute soll es nun zum Höhepunkt dieser Tour gehen. Wir fahren die Straße runter und bevor wir rechts auf die Schotterpiste zum Jim Jim und den Twin Falls abbiegen sehen wir am Straßenrand noch ein kleines Rudel Dingos, die wir aus dem Auto heraus beobachten bevor sie im Busch verschwinden. Anschließend folgen wir fast eine Stunde der Piste und müssen uns die letzten Kilometer mit eingeschaltetem Vierradantrieb bis zum Campingplatz durchkämpfen. Dort angekommen stellen wir die Zelte gleich wieder auf um heute Abend dies nicht tun zu müssen. Danach sind wir wieder bereit fürs Abenteuer. Auf der weiteren Strecke zum Parkplatz der Twin Falls durchqueren wir zuerst den Twin Falls Creek, die mit über einem halben Meter tiefste Wasserdurchfahrt am Ende der Trockenzeit.

Am Parkplatz angekommen bereiten wir uns auf unsere Wanderung vor, was hauptsächlich darin besteht noch jede Menge zu trinken und die Wasserflasche zu füllen. Wir starten unsere Wanderung auf das Hochplateau um von oben an die Twin Falls heranzukommen. Bei den herrschenden Temperaturen und der atemberaubenden Luftfeuchtigkeit eine große Anstrengung, die sich jedoch absolut lohnt. Von einem Aussichtspunkt aus erscheinen die Fälle schon aus der Ferne superschön.

Als wir später am oberen Ende der Fälle angekommen sind ergab sich ein toller Blick über die einzelnen Terrassen hinunter in die Gorge. Nun wollten wir natürlich auf die einzelnen Terrassen hinunter, aber der einzig mögliche Weg führte durch eine sehr schmale und fast senkrechte Felsspalte. Erst als man uns erklärt hatte wie dies zu meistern ist habe ich den Anfang der Gruppe gemacht und mich in die nicht einmal Schulterbreite Spalte hinabgezwängt. Nach ein paar Metern konnte man wieder stehen um schließlich über eine große Stufe weiter nach unten zukommen. Durch einen Quergang unter einen riesigen Felsen gelangte man letztendlich wieder ins Freie. Allein für sich schon ein ziemliches Abenteuer. Nachdem die Gruppe diese Hürde gemeistert hatte gab es unten natürlich wieder einen wunderschönen Pool in dem man unter der ersten Stufe der Twin Falls baden konnte. Wir verbrachten dort mehrere Stunden und kletterten weitere Terrassen hinunter bis zur Kante von der die eigentlichen Twin Falls 80m in die Tiefe stürzen. Der Blick ins Tal und auch zurück auf die einzelnen Wasserfälle war phantastisch und ziemlich einmalig.

Der Rückweg auf das Hochplateau durch die Felsspalte erforderte wieder alle Anstrengung und vor allem viel Trinkwasser, welches jeder von uns regelrecht in sich hineingeschüttet. Den Abstieg zurück ins Tal haben wir schließlich geschafft und kamen alle ziemlich k.o. am Auto an. Glücklicherweise war unser Trinkwasser im Auto immer noch eisgekühlt und so konnte man sich selbst wieder abkühlen. Nachdem alle soweit erfrischt waren sind wir in die Gorge hineingelaufen um uns von unten den Fällen zu nähern. Dazu war es notwendig einige hundert Meter zu einer Sandbank, direkt unter den Wasserfällen zu schwimmen. Jeanny hatte einige Luftmatratzen für die schwächeren Schwimmer dabei und wollte auch unsere Kameras in einer wasserdichten Tonne transportieren. Nur leider hatte Sie die Dichtung nicht richtig aufgeschraubt und somit waren die Kameras unter Wasser und nicht mehr funktionstüchtig. Ich habe mich eigentlich gar nicht so sehr darüber aufgeregt, wie ich es vielleicht noch vor Jahren getan hätte. Ich genoss lieber die beeindruckende Perspektive die sich ergab als man mit dem Rücken auf dem Wasser lag und die neben sich aufragenden Felswände anschaute von denen das Wasser herunterstürzte.

Schließlich, als sich der Tag schon dem Ende neigte machten wir uns wieder auf den Rückweg und fuhren in der Dunkelheit mit dem Auto zurück zum Campingplatz, wobei wir natürlich wieder durch den Fluss mussten. Unsere toll aufgebaute Plane benötigten wir heute Abend nicht und so verbrachten wir noch einen schönen Abend am Feuer und aßen unsere T-Bone Steaks, die nach einem so erlebnisreichen Tag besonders gut schmeckten.