8. Tag (19. Oktober 2001)

Adelaide River - NT

Jim Jim Road - NT

Mittagessen - Kakadu

Heute Morgen sollte es nun auf Tour in den Kakadu Nationalpark gehen, der Wecker war entsprechend gestellt, aber ich wurde schon vorher von den schrill läutenden Glocken eines Feueralarms aus dem Schlaf gerissen. Da man nicht wusste was los war und ich sowieso das Hostel heute Morgen verlasse wollte packte ich meine 7 Sachen schnellstmöglich zusammen und verließ das Gebäude. Auf der Treppe kamen mir schon die Feuerehrleute mit schwerer Ausrüstung entgegen und am Pool hatten sich auch schon die ganzen Backpacker versammelt. Als ich an der Rezeption ausgecheckt habe hatte die Feuerwehr endlich die schrillen Alarmglocken des Fehlalarms abgeschaltet und ich konnte auf der Straße auf den Pick-up der Tour warten.

Jeanny ist aus Neuseeland und unser Tour Guide für die nächsten drei Tage. Nachdem die Formalitäten schnell während des Tankens erledigt wurden sind wir nun zu siebt unterwegs in den Kakadu Nationalpark, dem größten Nationalpark in Australien.

Unseren ersten Stopp legen wir am Adelaide River ein, an dessen Ufer wir anhalten und an einer Krokodil River Cruise teilnehmen. Doch zuerst erfahren wir mehr über die dort lebenden Schlangen und dürfen auch zwei von ihnen in die Hand nehmen. Die Haut dieser Tiere fühlt sich einfach toll an, die Körper sind sehr kühl, wenn sie sich an jedem freien Stück Haut anlegen um von der menschlichen Körperwärme so viel wie möglich aufzunehmen.

Als wir dann schließlich das Boot betraten ging es auch gleich auf dem vom Schlamm und Sediment getrübten Fluss. Deshalb ist von uns ungeübt dreinblickenden Backpacker auch keines der über 4.000 Kroks zu erkennen, die in den 140Km langen Fluss leben sollen. Aber unser Bootslenker entdeckt schon nach wenigen Minuten eines dieser imposanten Reptilien. Er stoppt das Boot und hängt ein Stück Fleisch an einer Art Angel über die Reling. Nach einer Phase des Abwartens schnellt das Salzwasser Krokodil plötzlich mit zweidrittel seiner Körperlänge aus dem Wasser und schnappt nach der Beute. Unser Guide zieht jedoch das Fleisch vorher weg und das Maul des Kroks schlägt mit einem Laut ähnlich eines Trommelschlags zu. Was einen ziemlich überrascht, jedoch bei einer Zu Haltekraft von bis zu 9 Tonnen(!) nicht verwundert. Auf der weiteren Fahrt sehen wir noch zwei weitere Tiere die wir auch zum Springen veranlassen bevor sie letztendlich die Beute verschlingen. Die größten Kroks können eine Länge von ca. 6m erreichen. Das was wir gesehen hatten war ca. 3m lang.

Nach einer weiteren kurzen Pause am Bark Hut Roadhouse bogen wir anschließend auf die alte, unbefestigte Jim Jim Road ab und fuhren in den südlichen Teil des Parks ein. Zuerst dachte ich diese Straße kann man auch mit einem normalen Auto befahren, aber spätestens nach der Durchfahrt durch den South Alligator River war klar das hier nur Geländefahrzeuge durchkommen können. Wir treffen auf die Hauptstraße, die von Süden in den Park führt und fahren auf ihr in Richtung Baramundie Gorge, unserem ersten Ziel auf dieser Tour.

Wir folgten zu Fuß einem palmengesäumten Wasserlauf in die Gorge hinein. In der Regenzeit ist dieser Weg nicht passierbar, weil der Bach einen um mehrere Meter höheren Wasserstand hat. Schließlich erreichten wir am Ende den wunderschön gelegenen Pool eines Wasserfalls in dem wir auch gleich schwimmen gegangen sind. Obwohl die Sonne sich hinter einer dichten Wolkendecke versteckt hat war es wieder ein schönes Erlebnis in der Nähe eines Wasserfalls zu schwimmen und zu planschen. Einen kleinen Snack haben wir auch noch eingenommen bevor wir nach einer Weile wieder zum Auto zurückgegangen sind. Als wir dort gerade angekommen sind hat es auch schon getröpfelt, so dass wir uns schleunigst auf den Weg gemacht haben um zum Camp Ground zu fahren. Auf der Fahrt dahin konnten wir noch eine recht große Echse einen Baum hinaufklettern sehen. Diese Tiere kommen zwar hier recht häufig vor aber sie sind verhältnismäßig selten zu sehen.

Nachdem es auf der Fahrt wieder aufgehört hatte zu regnen fängt es hier am Campingplatz nun schon wieder an. Wir bauen schnell die Zelte auf und spannten eine große Plane um darunter unser Essen vorzubereiten. Da während der Fahrt unser gesammeltes Holz leider nass geworden ist konnten wir das Feuer auch mit größter Mühe nicht entfachen, mit einigen Litern Diesel war es allerdings schließlich kein großes Problem mehr. Als das Feuer gebrannt hat und die Zelte aufgestellt waren schnippelten wir unser Essen und kochten gemeinsam. Schließlich hat auch der Regen aufgehört, es war immer noch sehr warm und wir ließen den Tag noch mal am Lagerfeuer an uns vorüberziehen bevor wir uns in die Zelte verzogen.