8. Tag (02. September 2000)

Sudbury - Big Nickel

Arctic Watershed

Timmins - Gold Mine

Die Nacht habe ich, im doch ziemlich muffigen Motel gut verbracht und bin früh aufgebrochen um nach Subury zu fahren. Dort habe ich auch gleich eine Laundry gefunden in der ich nun meine Klamotten wasche. Das Wetter ist heute nicht gerade toll, es ist bewölkt und nieselt ein bisschen. Während die Klamotten trocken gehe ich hinüber ins Shopping-Center um einen Kaffee zu trinken.

Anschließend war ich auf der Suche nach dem „Big Nickel“, einer riesigen 5 Cent Münze die als Monument auf einem Hügel stehen soll. Nachdem ich in einer Tankstelle nach dem Weg gefragt hatte und das nette Mädel mir freundlich gesagt hat das man von den Zapfsäulen aus den Nickel sehen kann, bin ich schließlich hingefahren. Fast die ganze Stadt ist von hier oben zu sehen. Ebenso natürlich die gigantische Nickel Mine, die mit ihren riesigen Halden das Stadtbild prägt und weite Teile in eine Wüstenlandschaft verwandelt hat. Das dazugehörige Museum ist leider wegen Umbauarbeiten geschlossen und öffnet erst wieder in einem Jahr. Leider etwas zu lang um zu warten. Als ich so dastand und nicht so recht wusste was ich nun tun sollte erfuhr ich von anderen Leuten, dass eine Goldmine in Timmins zu besichtigen ist. So entschloss ich mich ganz spontan noch dorthin zu fahren.

Die Strecke ist doch etwas länger als es auf der Karte ausgesehen hat. Die Straße wird immer einsamer, ich fahre an unzähligen Seen vorbei und überquere zwischendurch die arktische Wasserscheide. Von diesem Punkt aus fließt das Wasser nur noch nach Norden in die Arktische See und nicht mehr in den Atlantik. Danach wird das Wetter wieder besser und nach 300Km Fahrt durch die kanadische Wildnis erreiche ich Timmins. Ohne Umwege und gerade noch rechtzeitig zu letzten Tour des Tages erreiche die Goldmine. Die „Gold Mine Tour“ war ein ganz tolles Erlebnis, da die Mine nur in der entsprechenden Arbeitskleidung und ausgerüstet mit Grubenlampen zu begehen ist. Bis in die sechziger Jahre hinein und kurzzeitig auch Mitte der achtziger Jahre wurde hier bis zu einer Tiefe von 1.000m Gold gefördert. Momentan jedoch ist der Weltmarktpreis zu niedrig um hier profitabel Gold zu fördern. Deshalb ist heute 90% der Mine mit Grundwasser geflutet. Unser Tourführer, der hier als Kumpel gearbeitet hat ist voll in seinem Element, erläutert die immer wiederkehrenden Arbeiten mit einer Begeisterung, die den fast ohrenbetäubenden Lärm der druckluftbetriebenen Maschinen übertrumpft. Durch die zum Teil beklemmende Atmosphäre, z.B. als alle ihre Lampen ausgeschaltet hatten und auch nach längerer Zeit die Hand nicht vor den Augen zu erkennen war konnte man sich einen Einblick verschaffen wie hart die Arbeit hier in dieser Mine gewesen sein muss. Nach 2 ½ Stunden verlassen wir wieder den Untergrund und schauen uns die Unterkünfte der Kumpels an in denen die Kumpels im letzten Jahrhundert gehaust haben und zum Teil erhalten geblieben sind.