7. Tag (01. September 2000)

Parry Sound - L. Hurion

Parry Sound - L. Hurion

Ich sitze hier am Wasaga Strand, dem längsten Strand an einem See, schaue hinaus aufs Wasser, frühstücke und genieße die warme Morgensonne. Die Auberge habe ich heute Morgen wieder verlassen, den ich will nach Parry Sound, dem Ausgangsort zu den „30.000 Islands“ in der Georgian Bay des Lakes Hurion. Ob es wirklich so viele Inseln sind weiß wohl kein Mensch, jedenfalls sind es sehr, sehr viele wie ich auf einer Bootsfahrt durch das Labyrinth der Inseln und Buchten feststelle. Wenn man über die Reling aus schaut sieht die Landschaft genau so aus wie man sich Kanada klischeehaft vorstellt. Auf den Inseln sind häufig Häuser mit Landungsstegen und den dazugehörigen Booten zu sehen. Es gibt nur Wald, Felsen und viel Wasser, aber man entdeckt auch überraschendes, wie eine Kneipe die nur mit einem Boot zu erreichen ist. Nach zirka drei Stunden bin ich wieder zurück in Parry Sound und verlassen die „Island Queen“ wieder um mich auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht zu machen. In diesem Ort gibt es aber kein Backpacker Hostel. Es ist schon relativ spät und ich entschließe mich weiter nach Norden zu fahren um auf der Strecke irgendwo in einem Motel abzusteigen. Mit meinem Auto bin ich natürlich absolut flexibel, aber meines Erachtens gibt es irgendwie zu wenig Backpacker Hostels oder andere billige Übernachtungsmöglichkeiten. Als ich in Point au Baril vorbeikomme sehe ich noch ein Motel und entscheide mich die Nacht hier zu verbringen. Es ist zwar schon ein altes Motel aber für eine Nacht geht eigentlich alles was nicht gerade feucht und kalt ist.

Seit einer Stunde sitze ich nun schon auf dem Bett und schaue auf die Karte, lese im Reiseführer und versuche auszuknobeln wohin ich morgen fahren will. Backpacker gibt es in dieser Gegend wohl keine und somit werde ich wohl wieder in so einem „langweiligen“ Motel übernachten in dem man niemand anders sieht und trifft. Das Einzige was nun wirklich definitiv feststeht ist, dass ich morgen unbedingt meine Klamotten waschen muss. Deshalb werde ich morgen in die nächst größere Ansiedlung nach Sudbury fahren, wo es auch eine große Nickelmine gibt. Was ich allerdings anschließend mache ist mir noch nicht ganz klar.