27. Tag (21. September 2000)

South Turner Mt.

Es ist bewölkt und es sieht zugegebenermaßen regnerisch aus, aber wir fahren trotzdem über die Schotterpiste in den Baxter-State-Park. Die Landschaft zeigt sich in ihrer wilden, unberührten Schönheit. Die Piste wird schon so schmal das wir bei Gegenverkehr rechts ranfahren müssen um nicht zu streifen. Nach einer Stunde Fahrt sind wir am Parkplatz angekommen von dem wir aus eine kleine Wanderung unternehmen wollten. Aber gleich nach dem Aussteigen mussten wir erst einmal einen Wolkenbruch im Auto abwarten. Als der Regen dann nachgelassen hatte sind wir aufgebrochen. Der Weg war natürlich an vielen Stellen vom Wasser aufgeweicht, was die Ursprünglichkeit hier draußen noch verstärkt hat. Wenig später ereichten wir das Ufer des Kidney Ponds und hier sieht es genauso wie in Kanada aus, so dass der See auch leicht irgendein See in Ontario hätte sein können. Als wir weiter um den Pond herumlaufen fängt es noch einmal kurz zu regen an, aber als wir wieder zum Auto zurückkommen klart der Himmel auf und die Sonne blitzt schon wieder zuwischen den Wolken hindurch.

Am Nachmittag fahren wir auf die andere Seite des Parks, da Joe und ich noch einen Gipfel erklimmen wollen. Und somit brechen wir zum South Turner Mountain auf. Der Pfad führt zuerst an einem kleinen See vorbei und steigt anschließend steil und gradlinig durch den Wald an. Da es schon verhältnismäßig spät war hatten wir Glück den Gipfel schon nach ca. 80min zu erreichen. Die letzten Meter bis zum Gipfel, als wir aus dem Wald heraus kamen waren richtig abenteuerlich. Zum einen hat der Wind so stark geweht das man aufpassen musste um nicht umgeworfen zu werden und zum anderen war der Aufstieg eine kleine Kletterpartie über große Felsbrocken, die den Gipfel bildeten.

Die Aussicht war absolut genial. Fast hätte man bis nach Kanada schauen können. Überall um uns herum spiegelten sich die Oberflächen der Seen in der abendlichen Sonne, als ob sie Diamanten in der Dunkelheit der endlosen Wälder wären. Direkt gegenüber ist der mächtige Mt. Katahdin, dessen Gipfel jedoch von einer Wolkenkappe verdeckt wird. Ich bin jedenfalls richtig happy dass wir noch auf diesen Gipfel hinaufgestiegen sind da dieser Blick einfach klasse ist.

Der anschließende Abstieg war auch bald geschafft. Als wir wieder am Parkplatz waren haben die anderen schon auf uns gewartet und wir sind gleich weiter nach Süden gefahren um schon näher an der Küste zu sein, wenn wir morgen zum Acadia National Park wollen.