18. Tag (12. September 2000)

Providance - Joe's Place

Es ist noch früh am Morgen, es regnet immer noch und ich sitze wieder einmal in einer Busstation und warte auf die Abfahrt zu einem Ziel in den Staaten. Für mich eine doch ziemlich eigenartige Situation, da Erinnerungen an meine großen Bustouren von vor 6 Jahren in mir hochkommen.

Ja, gestern Abend hatte ich noch eine nette Bekanntschaft gemacht. Ich wollte mich gerade auf dem Weg in die Stadt machen um etwas zu essen, da treffe ich vor der Tür Patricia aus Mexico City, die gerade eine Zigarette geraucht hat. Spontan gehen wir gemeinsam ins Irish Pub und irgendwann am Abend fängt sie zu erzählen an, als sie vor ungefähr einem Monat ihre Hochzeit platzen ließ, warum sie nun in Kanada ist und das sie sich nun wieder auf Jobsuche machen muss, wenn sie nach Mexico City zurückkommt. Ich frage mich nur warum das Leben bei manchen Leuten so laufen muss wie es läuft. Jedenfalls waren wir so gegen Mitternacht wieder im Hostel zurück. Patricia musste sich noch die halbe Nacht um die Ohren hauen, da sie für diese Nacht kein Bett mehr bekommen hatte und ihr Flieger erst in den Morgenstunden geht. Aber ich denke sie wird wohl auf dem Sofa im TV Raum ein bisschen Schlafen bekommen haben.

Meine Güte bin ich froh darüber, dass wir in Europa keine Grenzkontrollen mehr haben. Alle Fahrgäste mussten ihr ganzes Gepäck ausladen und durch die Immigration tragen. Dabei reisen wir aus einem Land in die Staaten ein, von dem man annehmen sollte, dass es die geringsten Probleme gibt. Mir wurden wieder einmal jede Menge Fragen gestellt und ein Ami musste seine Taschen auspacken. Aber nun bin ich wieder in den Staaten und in Providence angekommen. Joe wird mich netterweise in ein paar Minuten am Busterminal abholen, nachdem ich ihn gerade angerufen habe. Somit beginnt nun der zweite Teil meiner Reise. Morgen Abend werden dann Jens, Denis und Uwe aus Europa rüberkommen und dann sehen wir mal was wir hier machen.

Es ist immer wieder toll, wenn man irgendwo in der Welt ankommt und in Empfang genommen wird. Nachdem wir das Gepäck im Auto verstaut hatten fuhren wir anschließend zu einer Golf Driving Range und haben zum Ausgleich ein paar Bälle geschlagen. Ich hatte schon lange nicht mehr gespielt, aber es hat zu meiner Überraschung gut geklappt. Danach waren wir noch beim Inder etwas essen und haben noch hinterher im Irish Pub ein Bier gezogen, bevor wir schließlich zu Joe’s Wohnung gefahren sind. Er wohnt in einer netten Gegend und die Wohnung ist toll. Bei einem weiteren Bier und ein bisschen TV haben wir den Tag ausklingen lassen.